Druckschrift 
9 (1848) Siebenkäs : drittes und viertes Bändchen
Entstehung
Seite
292
Einzelbild herunterladen
 

292

hält Sic, wenn er Ihrer ansichtig wird, für den Teufel, weilSterbende mit solchem den letzten Fcchtcrgang zu machenhaben. Schade ist's, daß er die Rede nicht vernommen;sie würde ihn, denn beichten will er nicht, recht herzlich ge-ärgert haben, und hinlängliche Aergerniß fristete nach dem8ten Band von Hallers Physiologie Sterbenden oft dasLeben auf Wochen. Eine Art wahrer Christ ist er aber doch,ob er gleich so wenig beichtete wie ein Apostel oder Kirchen-vater; Sic sollen nach seinem seligen Hintritte von mir scl-ber es hören, wie ruhig der rechte Christ verscheidet, ohnealle Verzuckungen und Verzerrungen und Todes - Acngstcn;er ist ans Geistliche so gewöhnt, wie die Schleiereule an dieKirchthürme; und so wie diese auf dem Glockcnstuhl mittenunter dem Geläute sitzen bleibt: so bin ich Mann dafür, daßauch unser Advokat unter dem Anschlägen der Todtenglockegelassen verharren wird, weil er ans Ihren Frühprcdigtcndie Uebcrzcugnng gewonnen, daß er nach dem Tode noch fort-lcbt." Es war freilich einiger harter Scherz über Fir-mians Schein-Sterben und Unsterblichkeit-Glauben in derRede; ein Scherz, den nur ein Firmian zugleich verstehen undverzeihen konnte; aber Lcibgcber wollte auch ernsthaft die Leuteansallcn, welche zufällige Körpcrstillc des Sterbenden für geistigenehmen und Körpcrstnrm für Gcwisscnssturm.

Neucl versetzte nichts als:Sie sitzen, wo die Spöttersitzen, der Herr wird sie finden meine Hände Hab' ich ge-waschen." Da er sie aber noch lieber gcsüllct hätte, undda er doch das Teufelskind in kein Beichtkind nmsetzcn konnte:so ging er roth und stumm davon, demüthig von Lcncttc undStiesel unter fortdauernden Verbeugungen hinabgeführt.

Man mache die Gallenblase des guten Heinrichs, die seine