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9 (1848) Siebenkäs : drittes und viertes Bändchen
Entstehung
Seite
273
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R. Ooncli. citrutav 8ir»p. I.lXitri cr)'8tnl>isnti Zr. X.v. 8. Tcmperirpulvcr.

Vor allen Dingen, setzt' er gebietend hinzu, muß man dieFüße des Pazicnten in laues Wasser stellen."

Das ganze Hans wußte, es helfe alles nichts, da seinTod durch das Mehl-Gesicht nur gar zu gewiß verkündigtworden, und Fecht hatte eine mitleidige Freude, daß er nichtfehlgeschossen.

Der schwache Mann brachte das Temperirpulver kaumhinunter, so war er schon im Stande, zum Erstaunen derganzen Todes-Assekuranzkammcr in der Stube, wieder vernehm-lich (aber nicht stark) zu sprechen. Der Haus-Vehme war'sfast nicht recht. Der gute Heinrich hatte aber wieder einenVorwand, seine frohe Miene zu erneuern. Er tröstete dieAdvokatin mit den Sprüchen: der Schmerz sei hienicdcn nichtsmehr als ein höheres Hanseln, oder die Ohrfeige, oder derSchwertschlag, womit man zu einem Ritter befördere.

Der Kranke hatte aufs Pulver eine recht leidliche Nacht;und er selber schöpfte wieder Hoffnung. Heinrich gab cs nichtzu, daß die gute Lenette mit den Augen voll Thräncn undvoll Schlafs die Nachtwächtcrin seines Bettes wurde; er wolleNachts dem Pazienten beispringcn, sollt' cs gefährlich werden,sagt' er. Das letzte war aber nicht möglich, da beide ersteben in dieser Nacht den Vertrag mit einander machtenund zwar lateinisch, wie einen fürstlichen daß morgenAbends der Tod, oder der fünfte Akt dieser Einschicbtragödie,die in der Tragödie des Lebens selber nur ein Auftritt ist,sich ereignen sollte.Es ist morgen (sagte Firmian) schonzu lange meine Lenette kümmert mich unaussprechlich.

Jean Paul'S auSgew. Werle. IX. 18