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9 (1848) Siebenkäs : drittes und viertes Bändchen
Entstehung
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konzentrischen Zaubcrkreise von Natalie und Leibgebcr nichtweiter gereicht und nicht mehr umschließen können, als blosnoch das kleine Sehnsucht-Thal an der Jaxt: so trug jederSchritt nach der Hcimath die Dichtkunst seines bisherigen Le-bens in poetische Prose über. Die kalte Zone seiner Tage,der Rcichsmarktflcckcn, lag ihm schon näher; die warme, ausder noch die abgeblnhtcn Blätter der ephemerischen Frcuden-blumcn nachflattcrten, war weit hinter ihm.

Aber auf der andern Seite rückten die Bilder seines häus-lichen Lebens immer lichter heran und wurden zu einer Bil-derbibel, indeß die Gemälde seines Wonnemonats in ein dunklesBilderkabinct zurückwichen.

Ich mcss' cs in etwas dem Regenwettcr bei.

Gegen das Ende der Woche ändert sich außer dem Beicht-kind«: und dem Kirchengänger auch das Wetter, und der Him-mel und die Menschen wechseln da Hemden und Kleider. Es warSonnabends und wolkig. Im feuchten Wetter geht es an unfernGehirnwänden zu, wie an Zimmerwänden, deren Papiertapctenes einsaugen und sich zu Wolken aufrollen, bis das trockneWetter beide Tapezirungcn wieder glättet. Unter einem blauenHimmel wünsch' ich mir Adlcrschwingcn, unter einem bewölktenblos einen Flederwisch zum Schreiben; dort will man in dieganze Welt hinaus, hier in den Großvaterstuhl hinein; kurzacht Wolken, ,zumal wenn sic tropfen, machen häuslich undbürgerlich und hungrig, das Himmelblau aber durstig undweltbürgerlich. ,

Diese Wolken vergitterten ordentlich das Baircuthcr Eden;er sehnte sich bei jedem schneller» großen Tropfen, der in dieBlätter schlug, an das eheliche Herz, das ihm gehörte, unddas er bald verlieren sollte, und in seine enge Stube.

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