Er ging aus diesem zitternden Resonanzboden den alten Wegzurück, den er mit Natalien gemacht, und eine Saite um dieandere gab bald in einem Rosenspalier, bald aus einer Quelle,bald aus dem Balkon, bald in der Laube wieder den verklun-genen Ton. Seine Brust schwoll trunken au bis zum Schmerz;seine Augen deckte ein seuchtcr, durchsichtiger, bleibenderSchimmer, der zu einem großen Tropsen einlief; nur der Mor-genglanz und das Blütenwciß drangen noch von der Erdedurch das thräncntrunkne Auge, und durch den Blumenfloraus Träumen, in deren Lilicnduft die Seele betäubt undschlummernd nicdcrsank. — Es war, als ob er im Genüsseseines Leibgebers bisher nur in halber Kraft die Liebe fürNatalien empfunden hätte; so ncumächtig und himmelluftigwehte ihn in dieser Einsamkeit die Liebe wie mit ätherischenFlammen an. Eine jugendliche Welt blühte in seinem Herzen.
Plötzlich rief in sie das Geläute von Baireuth hinein,das ihm seine Abschiedstunde schlug; und ihn überfiel jeneBangigkeit, mit welcher man nach dem Scheiden noch zu laugein der Nähe der geräumten Freudenstadt verweilt. Er ging.
Welcher Dustglanz fiel auf alle Auen und Berge, seitdemer an Natalie dachte und an den unvergänglichen Kuß! Diegrüne Welt hatte jetzo Sprache für ihn, die auf der Herreiseihm nur als Gemälde erschienen. Den ganzen Tag trug erin seinem dunkelsten Innern einen Lichtmagneten der Freude,und mitten unter Zerstreuungen und Gesprächen fand er,wenn er aus einmal in sich hiueinblickte, daß er immer seliggeblieben.
Wie oft kehrt' er sich nach den Baircuther Bergen um,hinter welchen er zum erstcnmale Tage der Jugend gelebt!Natalie zog hinter ihm nach Morgen weiter, und Morgenlüfte,