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9 (1848) Siebenkäs : drittes und viertes Bändchen
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füllen, oder meine sind länger, als die an einem Elcphanten,der seine zu Fliegenwedeln gebraucht."Thu' cs, lieberHeinrich" (sagte Firmian mit der heitersten Stimme, die ausder zugcprcßtcn Kehle zu ziehen war)ich will dir dreiZeilen mitgeben, um nur etwas cinznbringen, da ich sie niemehr sehen darf." ES gibt eine lyrische Trunkenheit desHerzens, worin man keine Briefe schreiben sollte, weil nach50 Jahren Leute darüber gerathen können, denen das Herzund die Trunkenheit zugleich abgeht. Firmian schrieb denndoch; und siegelte nichts; und Leibgcbcr las nichts.

Ich sage zu Ihnen: lebe auch wohl! Aber ich kann nichtsagen: vergiß mich nicht! O vergiß mein! Nur mir laßdas Vergißmeinnicht, das ich bekommen. Der Himmel istvorüber, aber das Sterben nicht. Meines kommt bald; undfür dieses nur thu' ich und noch stärker mein Leibgcber eineBitte an Sie, aber eine so seltsame Natalie, schlage sieihm nicht ab. Deine Seele hat ihren Stand hoch überweiblichen Seelen, welche jede Sonderbarkeit erschreckt undverwirrt; Du darfst wagen; Du wagst nie Dein großes Herzund Glück. So Hab' ich denn an jenem Abende zum lctztcn-male gesprochen und am heutigen zum letztcnmale geschrieben.Aber die Ewigkeit bleibt mir und Dir!

F- S."

Er schlief die ganze Nacht nur träumend, um LeibgebersWecker zu seyn. Aber um 3 Uhr Morgens stand dieser schonals Briefträger und Rcquctcnmeister unter einer Ricsenlinde,deren Hängebcttc mit einer schlafenden Welt über die Alleehineinsank, wodurch Natalie kommen mußte. Firmian spieltein seinem Bette Heinrichs Rolle des Wartens nach, und sagte