186
denken, um ihn so zn ertragen wie Todte, die man vielleichteben deswegen so liebt, das ist ja ganz meine Operazion,wenn ich oft den gehässigen Eindruck einer abscheulichen Phy-siognomie mir dadurch zu mildern trachte, daß ich solche schindeund dann die skalpirte Haut zurückschlage.
Nunmehr nahm ich mir ernstlich vor, die Throninsignienund den Zepter der Unterredung nicht mehr aus meinen Hän-den zu geben. Ich hob also an: Wer schenkt uns aber Kraftoder Zeit, mitten im Waffentanzc der Welt, in den schnellenEvoluzionen unserer Affekten uns diese wahren Grund-sätze nicht blos erinnerlich, sondern auch sinnlich und leb-haft zu machen? Wer kann der Aetherflamme der Menschen-liebe unter so vielen Menschen, die sie ausgicßcn, ersticken undüberbauen, genug Brennstoff nachschüren? Wer hält uns fürden Mangel eines heitern milden Temperaments schadlos? weroder was? — Als ich diesem Waffcngriffc oder Schafte denPikör als Spitze amnachcn wollte: wurde das kalte Abend-essen hergetragcn und die Professorin lief weg, ihre Kinder znholen. Denn das Essen mußte vor Sonnenuntergang abgcthansehn, weil es als eine neue Lage grünes Brennholz die Flammedes Enthusiasmus auf einige Zeit vcrschlichtet und die geradePurpurne Feuer-Pyramide zersplittert. — Man wartete ver-geblich auf mein Fortfahren; ich schüttelte und nickte: wennwir wieder beisammen sind und alle sitzen.
Unter dem Essen konnte ich gemächlich meine Sprach-maschine anfstellcn und drehen: „ich fragte vor dem Essen„cinigcmale — fing ich an — wer kann uns alle Grundsätze„der Menschenliebe beleben, anffrischcn, thätig machen? Der„Obcrpikör, versetz' ich; aber ich befahre, ich habe durch öf-teres Anlaufen und Ansetzen zu meinem Fcchtsprunge eine