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9 (1848) Siebenkäs : drittes und viertes Bändchen
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denkbar; die Stimme des Gewissens, die in ihm tönte,obwol umsonst, würde das erste Gute scyn, der Schmerz,den es fühlte, das zweite, und jede Freude und jeder Triebdes Lebens wieder eines."

Ach, wie schön, sagte Luna, daß cs kein so böses Wesengibt, und daß wir keines ganz zu hassen brauchen."

Das Ich kann schon darum, schloß er weiter, nicht an-gcscindct werden, weil cs noch dasselbe ist, wenn es sich bessertund unsere Zuneigung erringt."

In der Eiligkeit des Kampfes wurde von den zwei Hohl-spiegeln, die uns die fremde moralische Verzerrung noch wilderverzerren, einer vergessen, cs war unsere Ichsucht. Wenn ichoft Frauen von gleichem Werth und Selbstgefühle aus demMarkte keifen hörte und sah, und wenn die erste mit Lust dasSchimpfwort wie einen glühenden Stein in die Brust derzweiten schleuderte, die mit Unlust in Wellen um den Steinaussott und brauste, indeß die dritte sich aus dem Mittelwegekühl dabei verhielt: so schämt' ich mich der Menschheit, daßdieselbe Injurie oder Jmmoralität, die auf alle dieselbe Wir-kung machen sollte, in dem einen Menschen eine zu starke, imzweiten eine zu schwache, im dritten eine gleichgültige nachkieß.

Auf den zweiten Vcrzerr-Spiegcl zeigte Paul: auf dieSinne. Denn diese machen den Essig des Hasses um dieHälfte schärfer, indem sie das Sinnliche des Feindes, seineKleider, Mienen, Bewegungen, Töne re. gar in den Saucr-topf, als Essigmutter, werfen.

Hier erschien der gordische Knoten, den ich nur mit demPikör zerhauen konnte: wer rettet uns denn von den Sinnen?fragt' ich mit einiger Hoffnung.Ich lasse, fuhr Melchiorauf, wenigstens meiner Menschenliebe die Sinne nicht ab-