183
dem Nachtrab — soll mir und Ihnen hente jemand den Her-zog und den König lebendig einhändigen nnd zwei Kessel war-mes Ocl dazn. . . nein, ich könnte keinen hineinwcrfen, csmüßte denn das Ocl recht lange in der Kälte gestanden seyn;ich würde fic mit einer Realterrizion und mit einigen hundertJnfamicnstrascn begnadigen. Ach, welcher eiserne Mensch wäredoch das, der ein von Qualen berstendes Herz und ein An-gesicht, aus das der Wurm der Pein seine Windungen zöge,nicht, wenn er könnte, mit einer kühlenden heilenden Handbesänftigte und labte. — Aber — suhr ich hnrtig fort, umeinmal von meinem Pikör Gebrauch zu machen — im Affektestellet uns die Erinnerung an alle vorige Jrrthümer desselbennicht im Geringsten gegen jetzige sicher.
„Sie lassen mich — fiel der Professor ein — nur nicht„zum Worte, denn ich bin noch manche Erweise schuldig, die„ich so gern abtragc. Unser Haß verkehrt als Affekt allemal„jede That in ein ganzes Leben — jede Eigenschaft in„eine Person, oder richtiger, da wir die Person doch nur„im Spiegel ihrer Eigenschaften erblicken, Eine Eigenschaft„in alle; nur in der Freundschaft, nicht im Hasse wissen„wir recht leicht den verdorbenen Bcstandtheil von der Person„zu trennen, ja bei ihr »erstatten wir uns die umgekehrte„Verwandlung der Attribute (Eigenschaften) ins Ich. — Wir„hassen, insofern wir hassen, immer so, als hätte der Gegen-stand weder vergangne Tugenden, noch Anlagen dazu, kein„Mitleidcn, keine Wahrheit, keine Kinderliebe, keine einzige„gute Stunde, gar nichts. Kurz wir machen, da wir nur„auf das Ich, nicht aus die augenblickliche Erscheinung dessel-ben zürnen, das Wesen, dessen Strafe wir aussprechcu, zu„einem rein-bösen Wesen. Und doch ist nicht einmal eines
«