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„Liebe gelten, halb wenigstens; aber antworten Sic nur„dem da!"
„Uns selber, sagt' ich, hassen wir nie, sondern wir ver-achten oder bedauern uns nur, wenn wir gesündigt ha-„bcn; glcichwol — das wollt' ich noch dazufügcn —- seindcn„wir alle Menschen, unser Ich ausgenommen, der Laster wegen„an. Kann das recht seyn?— Sclbcrhaß, H. Rcgicrungrath,„(fuhr er mit höherer Stimme fort) ist nicht möglich: denn„Haß ist nichts als ein Wunsch des fremden Unglücks, d. h.„ein Wunsch der Strafe, nicht einer bessernden, sondern„einer rächenden. Eine solche Züchtigung kann sich aber„der bußfertigste Sünder selber nicht wünschen; und sogar„dieser Wunsch wäre nichts als ein versteckter der Besserung,„d. h. der Beglückung. Einem fremden Sünder aber gönnen„wir kaum schnelle Bekehrung, wenigstens keine ohne den Durch-gang durch vergeltende Büßungen. Was also in unserer„Empfindung gegen fremde Fehler mehr ist als in der gegen„eigne, das ist eine Verfälschung von unserer Eigensucht. —„Der kleinste Haß begehrt das Unglück des Feindes: das Hab'„ich noch zu erweisen."
Seine eigne Frau wandte ein: mein eignes Herz sagtmir ja deutlich, daß ich meine ärgste Feindin weder umHaus und Hof, noch um ihre Kinder, noch ins Elend bringenmöchte — ich hielt' cs nicht einmal aus, wenn eine meinet-wegen ein Auge naß machen müßte.
„Recht gut! — verfolgt' er kalt — die bessere Seele„wird nie ihrem Gegenfüßler einen Beinbruch vergönnen, noch„ihn hülflos ohne einen Flocken von Wundfädcn oder einen„Wunsch der Heilung verlassen im Knochenbrnch; aber ich weiß,„daß dieselbe bessere Seele sich an seinen kleinern Schnitt-