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9 (1848) Siebenkäs : drittes und viertes Bändchen
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Liebe gelten, halb wenigstens; aber antworten Sic nurdem da!"

Uns selber, sagt' ich, hassen wir nie, sondern wir ver-achten oder bedauern uns nur, wenn wir gesündigt ha-bcn; glcichwol das wollt' ich noch dazufügcn- seindcnwir alle Menschen, unser Ich ausgenommen, der Laster wegenan. Kann das recht seyn? Sclbcrhaß, H. Rcgicrungrath,(fuhr er mit höherer Stimme fort) ist nicht möglich: dennHaß ist nichts als ein Wunsch des fremden Unglücks, d. h.ein Wunsch der Strafe, nicht einer bessernden, sonderneiner rächenden. Eine solche Züchtigung kann sich aberder bußfertigste Sünder selber nicht wünschen; und sogardieser Wunsch wäre nichts als ein versteckter der Besserung,d. h. der Beglückung. Einem fremden Sünder aber gönnenwir kaum schnelle Bekehrung, wenigstens keine ohne den Durch-gang durch vergeltende Büßungen. Was also in unsererEmpfindung gegen fremde Fehler mehr ist als in der gegeneigne, das ist eine Verfälschung von unserer Eigensucht.Der kleinste Haß begehrt das Unglück des Feindes: das Hab'ich noch zu erweisen."

Seine eigne Frau wandte ein: mein eignes Herz sagtmir ja deutlich, daß ich meine ärgste Feindin weder umHaus und Hof, noch um ihre Kinder, noch ins Elend bringenmöchte ich hielt' cs nicht einmal aus, wenn eine meinet-wegen ein Auge naß machen müßte.

Recht gut! verfolgt' er kalt die bessere Seelewird nie ihrem Gegenfüßler einen Beinbruch vergönnen, nochihn hülflos ohne einen Flocken von Wundfädcn oder einenWunsch der Heilung verlassen im Knochenbrnch; aber ich weiß,daß dieselbe bessere Seele sich an seinen kleinern Schnitt-