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„zwar so anfühlt wie Qucllwasser und so fließt und so schim-„mert, und das dock nichts ist als kalt, trocken und schwer.„Gerade die Menschen, denen die Natur die meisten Geschenke„gemacht hat, und die also andern keine abzufordern, sondern„blos zu crtheilen hätten, begehren, gleich Fürsten, desto mehr„vom Nebcnmenschcn, je mehr sic ihm zu geben haben und„je weniger sie es thuu. Gerade zwischen den ähnlichsten„Seelen sind die Mißhclligkciten am peinlichsten, wie Mißtöne„desto härter kreischen, je näher sie dem Einklänge sind. —„Man vergibt ohne Ursache, weil man ohne Ursache zürnte;„denn ein gerechter Zorn müßte ein ewiger sehn. Nichts be-weiset die elende Unterordnung unserer Vernunft unter unsere„herrischen Triebe so ausfallend, als daß wir unter den Heil-„mitteln gegen Haß, Kummer, Liebe u. s. w. die bloße platte„Zeit aufstcllcn — die Triebe sollen virgessen oder ermü-„den, zu siegen —> die Wunden sollen unter dem Markgrafcn-„odcr sympathetischen Pulver des Flugsandes in der Sanduhr„der Zeit versanden. — — Gar zu jämmerlich! — Was hilft„aber alles und am Ende mein Klagen?"
„Die Sache ist" — antwortete der Helle sanfte Professor,in dessen Kolorite nur einige pedantische Tuschen gebrauchtsind — „die Gefühle der Menschenliebe*) helfen nichts ohne
3m ganzen Aufsatze ist nicht von der praktischen Menschen-und Feindes-Licbe, die sich durch Thaten und durch Ent-halten von Rache äußert und die keinem Rechtschaffenenschwer sepn kann, sondern von den misanthropischen und phil-anthropischen Gefühlen die Rede, worüber die bloße Moralwenig vermag, von der inner» Liebe ohne Thaten, von derpeinlichen geheimen Entrüstung über Sünder und Thoren.