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9 (1848) Siebenkäs : drittes und viertes Bändchen
Entstehung
Seite
177
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Iphigenie, nnd glauben in der Verbannung zu sehn, in-deß wir schon im Vaterlandc sind?"

Jeder Tritt vom Berge herab senkte uns wieder in diegewöhnliche Sumpfwiese des Lebens ein.Was hilft unssagte Melchior ordentlich nnmuthig alle diese Pracht inund außer uns, wenn morgen eine einzige leidenschaftlicheErschütterung eine Lanwinc von Schnecklnmpcn ans allesWarme nnd Blühende in uns wirft. Der April im Uni-versum verdrießt mich nicht, aber der in der Menschen Brust man ist am härtesten nach der Erweichung und bis zumWeinen zerschmolzen nach einer mörderischen Erschütterung,wie das Erdbeben warme Quellen gibt. Morgen, dasweiß ich, feind' ich und fahr' ich in der Sitzung wieder allesan. Jämmerlich, jämmerlich! Und du, Flamin, bistgar nicht besser!" Dieser sagte rührend-aufrichtig: ja wol! Luna und meine Frau nahmen die Professorin zwischensich nnd jede eines ihrer Kinder auf den Schooß nnd setztensich auf den untersten grünenden Wall des Berges, aus dieSonnenseite der Nachtigall: wir waren zu lebhaft zum Sitzen.

Ach" (sagte Jean Paul nnd lief mit hinabhängendcngefalteten Händen ans und ab und schüttelte den Kops nndwarf den Hut weg, um wenigstens die Augen höher undfreier zu haben)ach, wer ist denn anders? Den Schwureiner ewigen Menschenliebe thun wir in allen Stunden, wowir weich sind, oder jemand begraben haben, oder rechtglücklich waren, oder einen großen Fehler begangen, oder dieNatur lange betrachtet haben, oder im Rausche der Liebe oderin einem irdischem sind; aber anstatt menschenfreundlichwerden wir blos meineidig. Wir sschmachtcn nnd dürstennach fremder Liebe, aber sie gleicht dem Quecksilber, das sich

Jean Pauvs ausgew. Werke. IX. »2