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9 (1848) Siebenkäs : drittes und viertes Bändchen
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die Stelle, wo wir uns zum crstcnmale sahen, und wo ichzwei Tage zu früh schon Ihre Freundin war> und es wardoch nicht zu früh wollen wir?"

Er gehorchte ihr; aber seine Seele schwamm noch im vo-rigen Gedanken, und indem sic einem langen gesenkten Kies-weg nachsanken, den die Schatten des Laubcngangcs betröpf-le», und über dessen weißes, nur von Schatten wie Steinengeflecktes Bette das Licht des Mondes hinübcrriesclte, so sagt'er:ja, in dieser Stunde, wo der Tod und der Himmel ihreBrüder schicken*), da darf schon eine Seele, wie Ihre, andas Sterben denken. Ich aber noch mehr; denn ich bin nochsrohcr. O! die Freude sicht am liebsten bei ihrem Gastmahlden Tod; denn er selber ist eine nnd das letzte Entzückender Erde. Nur das Volk kann den himmelhohen Zng derMenschen in das ferne Land der Frühlinge mit den Larven-und Leichcnerscheinungen nnten auf det Erde verwechseln, ganzso wie es das Rufen der Eulen, wenn sie in wärmere Län-der ziehen, für Gespenster - Toben hält. Und doch gute,gnte Natalie! kann ich bei Ihnen nicht denken nnd ertragen,was Sie genannt. Nein, eine so reiche Seele muß schonin einem früher» Frühling ganz anfblühcn als in dem hin-ter dem Leben; o Gott, sie muß." Beide kamen eben aneiner vom breiten Wasserfalle des Mondlichts nbcrklcidetcnFelscnwand herunter, an die sich ein Rosen-Gegitter andrnckte Natalie brach einen grün- und weich-dornigen Zweig mitzwei ansangcndcn Nosenknöspchen und sagte:ihr brecht nie-mals ans," steckte sie an ihr Herz, sah ihn sonderbar an undsagte:ganz jung stechen sic noch wenig."

*) Der Tod den Schlaf, der Himmel den Traum.