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9 (1848) Siebenkäs : drittes und viertes Bändchen
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unhöfliche Verwunderung über ihr Wissen. Er blätterte unterden Festlicdern und stieß auf umgoldete Marienbilder und aufein ausgestochncs Bild, das zwei bunte Kleckse, die zwei Ver-liebte vorstellen sollten, sammt einem dritten phosphorcsziren-dcn Herzen vorzcigte, das der männliche Klecks dem weiblichenmit den Worten anbot:hast Du meine Liebe noch nicht'kennt?Schau nur, wie hier mein Herze brennt." Firmian liebteFamilien- und Gesellschaft-Miniaturstücke, wenn sie elend wa-ren, wie hier. Natalie sah und las cs, und nahm eilig dasBuch und schnappte das Gespcrre zu, und fragte ihn erst dann:Sie haben doch nichts darwider?

Der Muth gegen Weiber wird nicht angeboren, sondernerworben: Firmian war mit wenigen in Verkehr gestanden,daher hielt seine Furcht einen weiblichen, besonders einen vor-nehmen Körper denn bei Herren, nicht bei Damen, ist csleicht und recht, sich über den Stand hinweg zu setzen füreine h. Bundesladc, an die kein Finger stoßen darf, und jedenWciberfuß für einen, auf welchem eine spanische Königin steht,und jeden Wcibcr-Fingcr für eine Franklinischc Spitze, ansder elektrisches Feuer spritzt. Wäre sic in ihn verliebt gewe-sen, so könnt' ich sie mit einer elektrisierten Person vergleichen,die alle Vexir-Schmcrzen und Funken, die sie gibt, selber ver-spürt. Indessen war nichts natürlicher, als daß seine Scheumit der Zeit abnahm, und daß er sich zuletzt, wenn sie geradesich nicht umsah, kein Bedenken machte, die Bandschleifc ihresKopfes dreist zwischen die Finger zu nehmen, ohne daß sie esmerkte. Kleine Vorschulen zu diesem Wagstück mochten esscyn, daß er vorher die besten Dinge, die oft durch ihreHände gegangen waren, in seine zu fassen versuchte; sogar die