Druckschrift 
9 (1848) Siebenkäs : drittes und viertes Bändchen
Entstehung
Seite
143
Einzelbild herunterladen
 

143

Stolbergischcn Homer einen Antritteinfall mitgcbracht, er wolltedie Homerischen Helden nnchahmen, und Aqniliancn beim Ein-tritt fragen, ob sie eine Göttin oder ein Mensch sei, weil ersich nur mit letztem kämpfend messen könne; aber beim An-blicke des männlichen Paars, das der Teufel wie eine Doppel-flinte gegen sein Gehirn hin hielt, wnrd' in letztem alles käsigund klösiig und fest: er konnte den Einsall um 20 Küsse nichtin Fluß bringen. Erft fünf Tage darauf hatt' er den gerin-gen Inhalt seiner Kopfknochen wieder so ausgcbessert, daß erden Einfall einer wcitläuftigen Verwandten von mir dennwie wüßt' ich's sonst? noch gut erhalten überreichenkonnte. Ucberhanpt lähmte ihn in weiblicher Gesellschaft nichtsärger als eine männliche, und er stürmte leichter ein ganzesweibliches Stift, als sobald ein einziger elender Manndabei stand nur zwei Stiftsräulcin, geschweige eine Stift-dame.

Eine solche stehende Thcatcrtrnppe spielte noch nicht imSchlosse von Ivontkusis, als ich hier vor meinem Pinsel sehe.Natalie war in eine unhöfliche Verwunderung und in ein kal-tes Vergleichen dieser Originalausgabe mit ihrem brieflichenIdeal verloren. Der Nenner, der ein anderes Fazit der Ver-gleichung voraussctztc, wäre gern ein offenbarer Widerspruchund sein eigner Gegenfüßler gewesen; hätt' er's machen kön-nen; ich meine, hätt' er sich auf einmal empfindlich-kalt gegenNatalien über den verhaßten Fund eines solchen Paars, unddoch zugleich vertraulich und zärtlich zeigen können, um dasdürftige Paar mit seiner Ernte und Weinlese herzlich zu är-gern. Er wählte zumal da er über ihre Gestalt eben so,nur angenehmer, betroffen war, als sie über seine, und da ihmnoch immer Zeit genug zum Rächen und Strafen blieb