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9 (1848) Siebenkäs : drittes und viertes Bändchen
Entstehung
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mit dem fallenden Sand im Stundenglas immer höher unddichter wuchs, sobald man nur erwägen will, daß bei einemungewöhnlichen dreifachen Ernste denn sogar Lcibgcbcr ge-rietst darein sich jede Brust vor der Galla-Natur des Früh-lings mit sanften Wünschen füllte daß Firmian heute, mitseiner bleichen, kränklichen, von alten Kümmernissen bezcichne-tcn Gestalt, gefällig und wie Abcndsonnenschein in ein halb-verweintes wundes Auge fiel daß ihr das (sonderbare) Ver-dienst ihn ancmpsohl, ihrem Treulosen wenigstens einige Un-treuen vergället und verbauet zu haben daß er alle seineTöne aus der Molltonleiter eines sanften Herzens aussuchte,weil er es vergüten und verdecken wollte, daß er dieser Un-schuldigen und Unbekannten so viele Hoffnungen und Freudenans einmal hatte verheeren müssen und daß sogar der grö-ßere Grad von ehrender, scheuer Zurückhaltung ihn durch denKontrast, den er mit seinem Ebenbilde, dem vertraulichen Hein-rich, machte, verschönerte? Diese Reize des Verhältnisses,die der weiblichen Welt mehr abgewinncn und abnöthigcn alsdie verkörperten beleibten, hatte der Advokat sämmtlich in Na-taliens Augen. Sic hatte in den scinigcn noch größere undlauter neue: ihre Kenntnisse ihre männliche Begeisterungihren feiner» Ton und ihre schmeichelhafte Behandlung, mitder ihn vorher noch keine Schöne verherrlicht hatte, ein Reiz,der viele eines weiblichen Umgangs ungewohnte Mannspersonennicht blos bis znm Entzücken, sondern bis zur Ehe hinreifiet und noch die zwei letzten und größten Schönheiten, daßdie ganze Sache zufällig und ungewöhnlich war und daß Le-ncttc überall davon die Gcgensüßlcrin war.

Darbender Firmian! An deinem Lebensflüßchen steht,wenn es auch zu einem Perlenbach wird, immer eine Gal-