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9 (1848) Siebenkäs : drittes und viertes Bändchen
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Hecken wurden von einem adeligen Gärtner bescheren, und dieSchafe, die es schon waren, wurden vom Schweizcrhorn desHirten um den Maienbanin versammelt Alles war so ju-gendlich, so hold, so italiänisch der schöne Mai hatte alleshalb oder ganz entkleidet, die Schafe, die Gänse, die Weiber,den Hornisten, den Heckenschccrer und seine Hecken. . .

Warum wurd' er in einer so lachenden Umgebung zuweich? Im Grunde weniger darum, weil er heute den gan-zen Tag zu froh gewesen war, als hauptsächlich, weil derSchaf-Fagotist durch seine Komödienpfcifc seine Truppe unterden Maienbanm ries. Firmian hatte in seiner Kindheit hun-dertmal den Schafstall seines Vaters dem blasenden Pragerund Schäfer unter den Hirtcnstab getrieben und dieserAlpen-Kuhreigen weckte ans einmal seine roscnrothe Kindheit,und sie richtete sich ans ihrem Morgenthau und aus ihrerLaube von Blutenknospen und cingcschlafnen Blumen auf, undtrat himmlisch vor ihn, und lächelte ihn unschuldig und mitihren tausend Hoffnungen an, und sagte:schau' mich an, wieschön ich bin wir haben zusammen gespielt ich habedir sonst viel geschenkt, große Reiche und Wiesen und Goldund ein schönes langes Paradies hinter dem Berg aberdu hast ja gar nichts mehr! Und bist noch dazu so bleich!Spiele wieder mit mir!" O wem unter uns wird nicht dieKindheit tausendmal durch Musik geweckt, und sic redet ihnan, und fragt ihn:sind die Roscnknospen, die ich dir gab,denn noch nicht anfgebrochcn?" O wol sind sic's, aber weißeRosen waren's.

Seine Frcudcnblumen schloß der Abend mit ihren Blät-tern über ihren Honiggefäßen zu, und auf sein Herz fiel derAbcndthau derWehmnth kalter und größer, je länger er ging.