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9 (1848) Siebenkäs : drittes und viertes Bändchen
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Blos über seine Stube kreuzten heitere breite Sonnenstreisc;und noch dazu dachte er sich seine Lenette darin als Allcin-hcrrschcrin, die heute kochen, waschen und reden durfte, wassic wollte, und die überdies den ganzen Tag den Kops (unddie Hände) davon voll hatte, was Abends Liebes komme. Ergönnt' ihr heute in ihrer engen Eierschale, Schwcfelhüttc undKarthause irecht von Herzen den hcrumflicßcndcn Glanz, denin ihr Petrus - Gefängnis der cintretendc Engel mitbrachte,der Pclzsticscl.Ach, in Gottes Namen, dacht' er, soll sie sofreudig seyn wie ich, und noch mehr, wcnn's möglich ist."

Je mehre Dörfer vor ihm mit ihren wandernden Thcatcr-truppen vorüber liefen: desto theatralischer kam ihm das Lebenvor*) seine Bürden wurden Gastrollen und aristotelischeKnoten seine Kleider Opernkleider seine neuen StiefelnKothurne seine Geldbeutel eine Theaterkasse und eineder schönsten Erkennungen auf dem Theater bereitete sich ihman dem Busen seines Licblinges zu. . . .

Nachmittags um 3'^ Uhr wurde auf einmal in einem nochschwäbischen Dorfe, nach dessen Namen er nicht gefragt, in sei-ner Seele alles zu Wasser, zu Thräncn, so daß er sich selberüber die Erweichung verwunderte. Die Nachbarschaft um ihnließ eher das Widcrspiel vcrmuthcn: er stand an einem alten,ein wenig gesenkten Maicnbaum mit dürrem Gipfel dieBauerwcibcr begossen die im Sonnenlicht glänzende Leinwandaus dem Gemeinde-Anger und warfen den gelbwollichtenGän>en die zerhackten Eier und Nesseln als Futter vor>

Jede Reise verwandelt das Spießbürgerliche und Klein-städtische in unserer Brust in etwas Weltbürgerlichcs undGöttlichstädtisches (Stadt Gottes).