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9 (1848) Siebenkäs : drittes und viertes Bändchen
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keit, und nur an der Wärme, die an sein Herz ging, fühlteer, daß er an ihrem liege. ....

Firmian ruhte in einer Baucrhütte von diesem zweistün-digen Rausch des Herzens aus. Der brausende Geist diesesFrcudenkclchs stieg einem Kranken, wie ihm, leichter in dasHerz, wie andern Kranken in den Kopf.

Als er wieder ins Freie trat, lösete sich der Glanz inHelle ans, die Begeisterung in Heiterkeit. Jeder rothc hän-gende Maikäfer, und jedes rothc Kirchendach, und jeder schil-lernde Strom, der Funken und Sterne sprühte, warf fröhlicheLichter und hohe Farben in seine Seele. Wenn er in denlaut athmendcn und schnaubenden Waldungen das Schreiender Köhler, und das Widerhallcn der Peitschen, und das Kra-chen fallender Bäume vernahm wenn er dann hinaus tratund die weißen Schlösser anschanctc und die weißen Straßen,die wie Sternbilder und Milchstraßen den tiefen Grund ausGrün durchschnitten, und die glänzenden Wolkcnflocken im tie-fen Blau > und wenn die Funkcnblitze bald von Bäumentropften, bald aus Bächen stäubten, bald über ferne Sägenglitten: so konnte ja wol kein dunstiger Winkel seiner Seele,keine umstellte Ecke mehr ohne Sonnenschein und Frühlingbleiben; das nur im feuchten Schatten wachsende Moos dernagenden zehrenden Sorge fiel im Freien von seinen Brod-und Freiheitbäumen ab, und seine Seele mußte ja in die tau-send um ihn fliegenden und sumsenden Singstimmen einfallenund mit singen: das Leben ist schön, und die Jugend ist nochschöner, und der Frühling ist am allcrschönsten.

Der vorige Winter lag hinter ihm wie der düstere zuge-frorne Südpol, und der Rcichsmarktflecken lag unter ihm wieein dumpfiges tiefes Schulkarzer mit triefendem Gemäuer.