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„Nasenbluten dieses Lebens bald die gute galenische Ader-laß*) verordnen werde. Ich will es deswegen nicht gerade„haben; mich kann im Gcgcntheil einer ärgern, der verlangt,„das Schicksal soll ihn, wie eine Mutter das Kind — da wir„in Leiber eingcwindelt, und die Nerven und Adern die Wik-„kelbänder sind — sofort ausbindcn, weil cs schreiet und„einiges Leibrcisicn hat. Ich würde noch gern einige Zeit ein„Wickelkind unter Strickkindern**) bleiben, zumal da ich be-sorgen muß, daß ich in der zweiten Welt von meinem satiri-schen Humor geringen oder keinen Gebrauch werde machen„können; aber ich werde fort müssen. Wenn aber dieß gesche-hen ist: so möcht' ich Dich wol bitten, Heinrich, daß Du„einmal hieher in den Rcichsflecken rcisetcst und Dir das stille„Gesicht Deines Freundes, der kaum das Hippokratische***)„mehr.wird machen können, ausdcckcu ließest. Dann, mein„Heinrich, wenn Du das fleckige graue Ncumondgesicht„lauge ansichst und dabei erwägst, daß nicht viel Sonnenschein„darauf fiel, nicht der Sonnenschein der Liebe, nicht des„Glücks, nicht des Ruhms: so wirst Du nicht gen Himmel„blicken und zu Gott sagen können: „„und ganz zuletzt, nach„„allen seinen Bekümmernissen hast du ihn, lieber Gott, gar„„vernichtet — und hast ihn, als er im Tode die Arme nach„„dir und deiner Welt ausstrcckte, so breit entzwei gedrückt,„„als er noch hier liegt; der Arme."" Nein, Heinrich, rvenu„ich sterbe, so mußt Du eine Unsterblichkeit glauben.
*) So heißet eine bis zur Ohnmacht getriebene.
-*») So heißen die vom heimlichen Gericht Berurtheilten.
***) Das Hippokratische nennt man das verzogene in der Sterb-stunde.