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9 (1848) Siebenkäs : drittes und viertes Bändchen
Entstehung
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Ich will jetzo, wenn ich dieses Abendblatt ausgeschrieben,das Licht anslöschen, weil der Vollmond breite weiße Jm-pcrialbogen voll Licht in der Stube aufbreitet. Ich will als-dann weil kein Mensch mehr im Hause auf ist michin der dämmernden Stille hcrsctzen, und indeß ich die weißeMagic des Mondes in der schwarzen der Nacht anschane,und während ich draußen ganze Flüge von Zugvögeln in derHellen blauen Mondnacht ans wärmern Ländern kommen höre,in deren verwandtes Land ich abrcise: da will ich ungestörtgleichsam meine Fühlhörner aus dem Schneckcngehäuse, eh'es der letzte Frost zuspündet, noch einmal hervorstreckenHeinrich, ich will mir heute alles deutlich malen, was ver-gangen ist den Mai unserer Freundschaft jeden Abend,wo wir zu sehr gerührt wurden und uns umarmen mußtenmeine grauen alten Hoffnungen, die ich kaum mehr weißfünf alte, aber Helle, warme Frühlinge, die mir noch im Kopfefind meine verstorbene Mutter, die mir eine Zitrone, vonder sic im Sterben dachte, sie werde sic in den Sarg bekom-men, in die Hände legte und sagte: ich sollte die Zitronelieber in meinen Blumenstrauß stecken- und jene künftigeMinute meines Sterbens will ich mir denken, in welcher mirDein Bild znm letztenmal aus der Erde vor die gebrochncnSeelcnaugcn tritt, und worin ich von Dir scheide, und miteinem dunkeln inner» Schmerz, der keine Thräncn mehr indie erkalteten zerstörten Augen treiben kann, vor Deiner be-schatteten Gestalt schwindend und verfinstert niedcrfalle, undaus dem dicken Nebel des Todes nur noch dumpf zu Diraufrufc: Heinrich, gute Nacht! gute Nacht.

Ach, lebe wohl. Ich kann nichts mehr sagen."

Ende des Abendblattes.