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„Ich will jetzo, wenn ich dieses Abendblatt ausgeschrieben,„das Licht anslöschen, weil der Vollmond breite weiße Jm-„pcrialbogen voll Licht in der Stube aufbreitet. Ich will als-„dann — weil kein Mensch mehr im Hause auf ist — mich„in der dämmernden Stille hcrsctzen, und indeß ich die weiße„Magic des Mondes in der schwarzen der Nacht anschane,„und während ich draußen ganze Flüge von Zugvögeln in der„Hellen blauen Mondnacht ans wärmern Ländern kommen höre,„in deren verwandtes Land ich abrcise: da will ich ungestört„gleichsam meine Fühlhörner aus dem Schneckcngehäuse, eh'„es der letzte Frost zuspündet, noch einmal hervorstrecken —„Heinrich, ich will mir heute alles deutlich malen, was ver-gangen ist — den Mai unserer Freundschaft — jeden Abend,„wo wir zu sehr gerührt wurden und uns umarmen mußten —„meine grauen alten Hoffnungen, die ich kaum mehr weiß —„fünf alte, aber Helle, warme Frühlinge, die mir noch im Kopfe„find — meine verstorbene Mutter, die mir eine Zitrone, von„der sic im Sterben dachte, sie werde sic in den Sarg bekom-„men, in die Hände legte und sagte: ich sollte die Zitrone„lieber in meinen Blumenstrauß stecken —- und jene künftige„Minute meines Sterbens will ich mir denken, in welcher mir„Dein Bild znm letztenmal aus der Erde vor die gebrochncn„Seelcnaugcn tritt, und worin ich von Dir scheide, und mit„einem dunkeln inner» Schmerz, der keine Thräncn mehr in„die erkalteten zerstörten Augen treiben kann, vor Deiner be-schatteten Gestalt schwindend und verfinstert niedcrfalle, und„aus dem dicken Nebel des Todes nur noch dumpf zu Dir„aufrufc: Heinrich, gute Nacht! gute Nacht. —
„Ach, lebe wohl. Ich kann nichts mehr sagen."
Ende des Abendblattes.