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9 (1848) Siebenkäs : drittes und viertes Bändchen
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ßen tropfenden Gewölke, an dem keine lichte oder blaue Fngeund kein Abendroth war, über sein Haupt.

Am ersten April verlor er seinen Prozeß zum 2ten mal;und am 13ten, am grünen Donnerstag, schloß er auf immersein Abendblatt (wie er sein Tagebuch nannte, weil erAbends daran schrieb), um dasselbe und seine Teufels-Papiere- so weit sie fertig waren statt seines bald verfliegendenKörpers nach Baircnth in Lcibgebers treueste Hände zu brin-gen, welche ja doch lieber, dacht' er, nach seiner Seele dieeben in den Papieren wohnte > greifen würden als nach sei-nem dürren Leibe, den ja Lcibgcber selber in zweiter unab- ,ändcrlichcr Auflage, gleichsam Männchen auf Männchen, an sichtrug und mithin jede Minute haben konnte. Die ganze Stelledes Abendblattes, diesen nachher auf die Post geschickten Schwa-uengesang, nehm' ich ohne Bedenken unverändert hier herein.

Gestern scheiterte mein Prozeß an der zweiten Instanzoder Untiefe. Der gegnerische Sachwalter und die erste Ap-pellazionkammer haben gegen mich ein altes Gesetz, das nichtnur im Baireuthischen, sondern auch in Kuhschnappel gültigist, vorgckchrt: daß mit einem Notariatzeugenrotul nicht dasGeringste zu erhärten ist; cs muß ein Rotul von Gerichtenscyn. Die zwei Instanzen machen mir den bcrgaufgehcndenWeg zur dritten leichter: meiner armen Lcnettc wegen ap-pcllir' ich an den kleinen Rath, und mein guter Stiefel thutdie Vorschüsse. Freilich muß man bei den Fragen, die manan die juristischen Orakel thut, die Zeremonie beobachten,womit man sonst andere den heidnischen vorlegte: man mußfasten und sich kasteien. Ich hoffe den Staats-Schalken*)

*) Schalk hieß sonst Diener, jetzo nicht selten umgekehrt.