ich, ob ihn gleich die Hand der Vergangenheit bedeckt hat,noch starren sehe; und sie konnte den fliehenden Freund nichtMe Treppe mit hinab begleiten, wie sonst, sondern ging mitdem überfüllten, brechenden Herzen allein in die nnerlcnchteteStube zurück.
Firmians Herz legte die Härte, obwol nicht die Kälte ab,da er seine verfolgte Frau in starrem, trocknen: Gram überden Einsturz aller ihrer kleinen Plane und Freuden erblickte,und er that ihr mit keinem einzigen Vorwürfe mehr weh: „Du„siehst, sagt' er blos, ich bin nicht schuld, daß der Rath nicht„mehr wiedcrkommt — er hätte freilich nichts erfahren sollen„— nun ist's vorbei." Sic antwortete nicht. Der Hornissen-stachel, der eine dreifache Wunde sticht, oder der wie voneinem rachsüchtigen Jtaliäncr in sic geworfnc Dolch steckte nochin der Wunde fest, die daher nicht bluten konnte. Du Arme!du hast dich um recht viel gebracht! — Aber Firmian bereutedoch nichts; er, der mildeste, nachgiebigste Mann unter derSonne, spreizte gegen jeden Zwang, zumal gegen einen aufKosten seiner Ehre, das ganze weiche Gefieder brausend auf.Geschenke nahm er an, aber nur von seinem Lcibgeber, odervon andern in der wärmsten Stunde des Seelcnvcrcins, under und sein Freund waren darüber einstimmig, in der Freund-schaft gelte nicht nur ein rother Heller einem Goldstücke gleich,sondern auch ein Goldstück einem Heller, und das größteGeschenk müßte man so willig empfangen, als sei es daskleinste; daher rechnete er's unter die unerkannten Seligkei-ten der Kinder, daß sie unbeschämt sich können beschenkenlassen.
In geistiger Erstarrung setzte er sich in den Großvater-stnhl und deckte die Hand aus die Augen und — von der Zu-