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9 (1848) Siebenkäs : drittes und viertes Bändchen
Entstehung
Seite
49
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kunft flog jetzo der Nebel auf, und entblößte darin ein langesdürres Land voll Brandstätten, voll verdorrter Gebüsche undvoll Thiergerippc im Sand. Er sah, die Kluft oder der Erd-fall, der sein Herz von ihrem abreißc, werde immer weiter klaf-fen; er sah es so deutlich und so trostlos, seine alte schöneLiebe komme nie wieder, Lenette lege ihren Eigensinn, ihreLaunen, ihre Gewohnheiten nie ab > die engen Schrankenihres Herzens und Kopfes blieben immer fest- sie lern' ihnso wenig verstehen als liebgewinncn - auf der andern Seitenehme nun ihre Abneigung gegen ihn mit dem Außenblcibenseines Freundes zu und mit beiden die Liebe gegen diesen,dessen Reichthnm, dessen Ernst und Religiosität und Zuneigungdas schneidende Band der Ehe mit einem vielfachem und wei-cher» Bindwcrk cutzwei rissen er sah trübe in lange schwei-gende Tage voll versteckter Seufzer, voll stummer feindlicherAnklagen hinaus.

Lenette arbeitete still in der Kammer, denn das wundge-rissene Herz floh Worte und Blicke als kalte grimmige Winde.Es war schon sehr finster sie brachte kein Licht. Auf ein-mal fing unten im Hause eine wandernde Sängerin mit einerHarfe und ihr kleines Kind mit einer Flöte an zu spielen.Da war unserm Freunde, als wenn das von Blut geschwollene,gespannte Herz tausend Schnitte bekäme, um saust zusammen-zufallen. Wie Nachtigallen am liebsten vor einem Echo schla-gen, so spricht unser Herz am lautesten vor Tönen. O alsder gleichsam dreifach besaitete Ton ihm seine alten fast un-kenntlichen Hoffnungen vorüberführtc als er tief zu demschon hoch vom Strom der Jahre überdeckten Arkadien hin-untcrsah, und sich drunten mit seinen jungen frischen Wün-schen erblickte, unter seinen lang verlornen Freunden, mit sei-

2ran Aaul's ausgew. Wrrle. IX. z