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9 (1848) Siebenkäs : drittes und viertes Bändchen
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Dieser Beichtiger klingelte vor dem Armenadvokaten mitseinem Bind- und Löseschlüsselbund, und erzählte dem Gattendie allgemeine Beichte der Frau und dann den Versatz desRocks. Wenn man von einer Person zwei verschiedene Hand-lungen zu berichten hat, eine ärgerliche und eine willkommene:so kommt die Hauptwirkung darauf an, welche man zuerststellt; die zuerst erzählte grundirt das Gemüth und die zuletztnachgemalte wird nur Nebenfigur und zum Schattcnwurf. Fir-mian hätte schon auf der Gasse hinter Lcnettens Versatz ge-langen sollen, und erst oben hinter die Plauderei. So abersaß der Henker darin.Wie (das waren, wenn nicht seineGedanken, doch seine Gefühle) wie, meinen Nebenbuhlermacht sie zu ihrem Vertranten und zu meinem Richter ichbring' ihr eine versöhnte Seele wieder, und in diese macht sieeinen neuen Riß> und so ärgert sie mich noch den letztenTag mit dem verhcnkcrten Geplauder?" Mit letztem meintennämlich seine Gefühle etwas, was der Leser nicht versteht;denn ich Hab' ihm noch nicht erzählt, daß Lenette die Unarthatte, übel erzogen zu seyu, und daß sie daher gemeine Leuteihres Geschlechtes, z. B. die Buchbinderin, zu Einnehmernihrer geheimen Gedanken und zu elektrischen Ausladen: ihrerkleinen Gewitter machte; indcß sie zugleich ihrem Mann ver-dachte, daß er Bediente, Mägde, Plebejer, zwar nicht in seineMysterien cinließ, aber doch in ihre eignen begleitete.

Stiesel las jetzo»- nach der Sitte aller Leute ohne Welt,die alles lehren und nichts voraussetzcn von seinem Kan-zelpult eine lange theologische Trauredc über die Liebe christ-licher Ehegatten ab, und bestand zuletzt auf der Zurückberu-fung des Kattuns, gleichsam seines Ncckers. Firmian wurdedurch die Rede erbittert, und das blos, weil seine Frau ohne-