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9 (1848) Siebenkäs : drittes und viertes Bändchen
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die ausgeklcideten Gefilde hinweg, über welche noch die Wie-gcndcckc des Schnees und der Milchflor des Reifs geworfenwerden mußte, und an die Bäche hinunter, die noch gelähmtund sprachlos werden sollten. Helle warme letzte Dezember-tage weichen uns zu einer Schwermuth auf, in der vier oderfünf bittere Tropfen mehr sind, als in der Schwermuth desNachsommers; bis um 12 Uhr in der Nacht ünd bis zum31tcn des 12ten Monats macht uns das winterliche und nächt-liche Bild des Bcrgchens enge, aber schon um 1 Uhr nachMitternacht und am 1. Januar wehen lebendige Morgenwindedas Gewölke über die Seele hinüber, nnd wir schauen nachdem dunkeln reinen Morgcnblau, dem Aufsteigcn des Morgen-und Frühlingstcrncs entgegen. An einem solchen Dezembcr-tagc beklemmt uns die falbe stockende Welt von starren blut-losen Gewächsen um uns, und die unter sie nicdcrgcsallncnmit Erde bedeckten Jusektcukabinettc und das Sparrwerk blo?ßcr, runzliger, verdorrter Bäume die Dezembcrsonne, dieam Mittag so tief hcrcinhängt, als die Juniussonne Abends,breitet, wie angezündctcr Spiritus, einen gelben Todtcnschcinüber die welken, bleichen Auen aus, und überall schlafen undziehen, wie an einem Abende der Natur und des Jahrs, langeriejenhaftc Schatten, gleichsam als nachgebliebcne Trümmerund Aschcnhaufcn der eben so langen Nächte. Hingegen derleuchtende Schnee überzieht nur, wie ein um einige Schuhhoher weißer Nebel, den blühenden Boden unter uns, derblaue Vorgrund des Frühlings, der reine dunkle Himmelliegt über uns weit hinein, und die weiße Erde scheint unsein weißer Mond zu sehn, dessen blanke Eisfelder, so baldwir näher antreten, in dunkle wallende Blumcnfcldcr zer-fließen.