354
erinnerung bedeckten Hellen Berge, wo Albano sonst in denTräumen der Zukunft geschlummert hatte, wie ans einer lichtenhohen Insel mitten im Schatten-Meere zweier Thälcr. DieLindenstädter Gebirge, das ewige Ziel seiner Jngcndtagc,waren vom Mond beschneiet und die Sternbilder standenblitzend und groß ans ihnen hin. Er sah Jdoine nun an —wie gehörte diese Seele unter die Sterne! — „Wenn dieWelt rein ist vom niedrigen Tage — wenn der Himmel mitseinen heiligsten fernsten Sonnen das Erdcnland ansieht —wenn das Herz und die Nachtigall allein sprechen: — nurdann geht ihre heilige Zeit am Himmel an, dann wird ihrhoher stiller Geist gesehen und verstanden und am Tage nurihr Reiz" dachte Albano.
„Wie manchmal, mein guter Albano, (sagte die Schwester)hast du hier in deinen verlassenen Jugcndjahrcn zu den Bergennach den Dcinigcn gesehen, nach deinen verborgnen Elternund Geschwistern; denn du hattest immer ein gutes Herz!"Hier blickte ihn Jdoine unbewußt mit unaussprechlicher Liebean — und sein Auge ihres. — „Jdoine, (sagt' er und ihreSeelen schauetcn in einander wie in schnell ausgehende Himmelund er nahm die Hand der Jungfrau) ich habe noch diesesHerz, cs ist unglücklich, aber unschuldig." Da verbarg sichJdoine schnell und heftig an Juliennens Brust und sagte kaumhörbar: „Julienne, wenn mich Albano recht kennt, so seimeine Schwester!" —
„Ich kenne dich, heiliges Wesen" sagte Albano unddrückte Schwester und Braut an Eine Brust. — Und ausallen weinte nur Ein frcudetrunkues Herz. „O ihr Eltern,(betete die Schwester) o du Gott, so segne sie beide und mich,damit es so bleibe!" Und da sie gen Himmel sah, als die