336
zung. Ludwigs Testament wurde diesen Morgen nach seinemWillen eröffnet und er gab Dir Dein ganzes Recht. Ichwill nicht über diesen Bruder mitten unter dem Weinen zür-nen; er war eigentlich hart gegen seine zwei Geschwister, gegenmich sehr auch, denn er haßte alle Weiber, bis zn seiner Frau,die nur etwas taugt, wcnn's ihr gut geht, und die Kunst-werke selber härteten ihn ordentlich ab gegen die Menschen.Aber er ruh' in seinem Frieden, ach den er wol wenig ge-funden! Diesen Abend muß er schon wegen seiner Krankheitund wegen des langen Wegs nach Blumcnbühl voraus beer-digt werden. Da bin ich nun bei Deinen Pflcgceltern in derNähe unserer cingeschlossenen Eltern. Deswegen komm' unab-änderlich! Du bist allein mein Trost in der trüben Nacht, ichmuß Dich wieder am Herzen halten, das sehr an Dir klopfenwill und weinen und reden, wenn es nur darf. Nur komme!Nunmehr wird doch Gott, da alles im Tanzsaal zu den Rei-gen bereit steht, keine kalte Gespenster und entsetzliche Larvenhineindringcn lassen! Ich bete. Ach nur Deinetwegen bin ichso froh und ich weine genug.
Julie."
Kaum hatte Albano dem Pflegevater das erfreuliche Ver-sprechen, diesen Abend in seinem Hause zu scyn, gegeben, alsdieser ohne Weiteres davon eilte, um die Seinigen auf dieFreude des zwiefachen Besuches vorzubercitcn.
Der Lektor wurde um seine Nachrichten gebeten, mit wel-chen er bedenklich über Siebenkäs zu zögern schien, bis Albanobat, ihm und seinem neuen Freund frei alles mitzutheilen.Seine Erzählnng war bis auf einige Einschaltungen, dieAlbano später zukamen- diese:
Bouverot — bei welchem er auf Fragen des neugierig