319
daß nun sein Waisen-Herz ansgcsetzt sei wie ein hülfloscsKind in die Wüste des Lebens.
Wehrfritz fragte ihn, ob er ihm ein Pferd zur Reise indie Stadt noch schicken solle? „Mir? Ich jemals mehr in dieStadt? (fragte Albano.) Nein, guter Vater, ich und Schoppegehen heute in den Prinzengartcn." Er entsetzte sich vor derbloßen schwarzen Kirchhofs-Landschaft der Stadt, wo einmalein goldner Sonnenschein und Lanbcngänge und Himmels-Pforten voll Blumengewinde für ihn gcblühct hatten. O derjunge Honig der Liebe, der alte Wein der Freundschaft, beidewaren ja vom Schicksal in Gräber gegossen! —
Der Todte wurde in das neue Schloß des Prinzcngartcnsgebracht. Nur Albano und Siebcnkäs folgten ihm nach. Alssie allein waren, sah Albano erst, daß der Freund seinesFreundes bebe und wanke und daß bis jetzt nur der Geist denKörper getragen. „Nun wir beide (sagte Albano) dürfen vor-einander trauern; aber nur Ihnen glaub' ich. Gott wie wardenn sein Ende?" Siebcnkäs ließ vor ihm die letzten Mienenund Laute des Armen vorübergchen. „O Gott, (sagte Al-bano) er starb nicht leicht, wenn der Wahnsinn der Monatezu Einer Minute wurde — reißend mußte der Höllenflnß scyn,der ein so festes Leben wegriß." — Siebcnkäs nahm schwerden Glauben an dessen Wahnsinn an, weil der Todte so oftin seinen schönsten Momenten ans ähnliche Weise verkannt-worden; aber Albano überwand ihn endlich. Er erzählteweiter, daß er ans der Heimreise begriffen gewesen, als ihndie wiederholte Verwechslung seiner Person mit dem Todtenaus die Vcrmuthnng geleitet, hier müsse sein lang entbehrterLcibgcbcr wandeln, wicwol er vor der ersten Erscheinung undVergleichung sich fast fürchten müssen: „denn, H. Gras, (sagt'