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12 (1848) Titan : vierter Band
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136. Z y k e l.

Albano wandte nun alles an, was Freundschaft im Ver-mögen hat, den edlen Kranken wieder innerlich und äußerlichausznrichtcn und zu verjüngen. Besonders suchte er den

Steg, worüber alle seine Saiten gezogen waren und den derRitter und sein Bruder vor Linda umgcrisscn hatten, wiederanfznstcllcn, nämlich sein stolzes Bcwnßtseyn, das an der

grausamen Dcmüthignng so sehr darnieder lag. Wie nur

reine Bruder-Achtung und heiliges Anbctcn einer göttlichenReliquie einen wunden Stolz sanft erwärmen und belebenkann, so versucht' cs der biedere Albano. Allein ohne Gcnug-thuung am Spanier, dem Anstifter des Unheils und demVerführer des Ritters, laufe, wie Schoppe selber sagte, seinRückgrat nie wieder steilrecht und sein Rückenmark bleibe ge-bogen. Nur Albano's Duell mit dem Oheim war frischesWasser für ihn; cs mußte ihm mehrmals erzählt werden.

Sein durstiger Wunsch war, so gesund zu werden, als er zumKriege mit dem Spanier brauchte, und dann als ein Tollerihm die Beichte aller Streiche und Gauklcreicn aus einemSterbebette, woraus er ihn zu legen dachte, abzupresscn:dann(jetzt' er jedesmal lächelnd hinzu) kann cs mir wol egal sehn,ob die Welt rund wird oder eckig, und nach Frankreich istmein erster Schritt."

Albano mußte dieses griechische Feuer des Zorns, dasam Ende zur stärkenden Kur des durch Dcmüthignng erfror-nen Körpers wirkte, immer tiefer unter sich brennen lassen,dq jedes Löschen es nur nährte; nur mußt' er wachen, daß erkeine freie einsame Minute bekäme, um brennend zu entspringen