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12 (1848) Titan : vierter Band
Entstehung
Seite
265
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in Wäldern ans, um seinem Vater und Julicnncn und jedemzn entgehen. Linda's unglückliche Nacht wurde tief in seineBrust hinabgcscnkt, und nur er allein sah hinunter, keinFremder. Er wünschte, daß sic selber gegen Julienne schweige,weil diese nach ihren frommen weiblichen Ordensregeln hier-gegen keine Nachsicht kannte. In seiner Seele hatte jetzt direrste eifersüchtige Ausbrausuug einem schmerzlichen Mitlcidcnmit der bctrognen Linda, deren heiliger Tempel ausgcraubt dastand, Platz gemacht. WaS ihn unleidlich schmerzte, war dasGefühl der Dcmüthigung, mit welchem die schöne Stolze nun,wie er glaubte, an ihn denken mußte, und das er bei seinerjetzigen bittcrn Verachtung Roquairols desto stärker annahm.Nie, nie, wenn sie auch meine Schwester würde, dürfen wiruns mehr erblicken; ich kann sie wol blutend vor mir sehen,aber nicht gebeugt," sagt' er sich. Zuweilen überfiel ihn einkalter Grimm gegen das Vcrhängniß, das immer mit einemschnellen Wirbelwind zwischen seine Umarmungen fuhr undalles auseinander drängte bald ein Zorn gegen Linda, dienicht wie eine Liane gehandelt hatte und die den Jrrthum derVerwechslung durch ihren Grundsatz, der Liebe alles zu ver-geben, selber mit verschuldete bald inniges Mitlcidcn, dasie ohne alle geistige Aehnlichkeiten nicht hätte verwechselnkönnen, wie ihm das heimliche Gericht des Gewissens sagte,und da sie nun allein dafür büßte, daß sie ihm, ihm sichopfern wollte.

Unaussprechlich haßte er den todtcn Verführer, weil durchseine That sein Tod nur zu einer feigen Flucht gewordenwar. Den armen Deserteur, dessen Entwischen unter demTrauerspiel laut geworden, sah er gefangen vor sich vorüberführen; aber der Hauptmann desselben war auf immer der