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Carlos: „Hiort bist du todt?" rief er im Schrecken über dieLeiche. „Ich bin nur bleich," sagt' er. „O wie kommst duso aus der schönen bnntcn Erde zurück!" sagte Carlos. „Aus-gcschöpst, Karl, -— mit todtgebornen Hoffnungen — meineGegenwart ist von der Vergangenheit enterbt — das Sinncn-lanb ist gefallen — nicht einmal die schöne Natnr mag ichmehr und Wolken wie Gebirge sind mir lieber als wahreGebirge — ich habe das bittere Unkraut auf dem Leben rechtabgeerntet — Und doch muß ich in dieser leeren Brust einenWürgengel herumtragen, der ewig gräbt und schreibt, undjeder Buchstabe ist eine Wunde-— Rathc nicht! Sie ncnnen'sLas Gewissen. Aber ein wenig Schlaftrunk her aus der Schlaf-inscl, Karl!"
Man brachte Wein. Er erzählte nun dem Freunde seinLeben — seine Fehler, worunter er auch dcu aufführte, dener eben fortsctzte, das Trinken -— seine sich wicdergebärcndeEitelkeit sogar mit ihrem Selbst-Geständniß — seine Wciber-Siegc, die ihn zu einem Magnet-Berge voll angcflogner Nä-gel zerfallner Schiffe machten — seinen Hang, wie KardanFreunde zu beleidigen, ein eigenes oder fremdes Glück zuunterbrechen, wie schon als Kind den Prediger, oder im schön-sten Spiel das Klavier zu zerschlagen, und in einem Enthu-siasmus das Frechste zu denken —
„Sonst hatt' ich doch noch zwei Jchs, eines, bas ver-sprach und log, eines, das dem andern glaubte; jetzt lügensie beide einander an und keines glaubt." Carlos antwortete:„schrecklich! -— Aber deine Trauer ist ja selber Hülfe undGabe" — „Ach was! (versetzt' er.) Der Mensch verdammtweniger das Schlimme als die vergangne Lage, worin cr'sbeging, indeß er es in einer frischen wieder neu und süß sin-