Zwei und dreißigste Jobelperiode.
R o q u a i r o l.
127. Z y k c l.
^inda hatte den ganzen Tag darauf in schweigendem Scelen-schmcrze zngcbracht über den Geliebten, der ihr, wie einstLiane ihm, nicht im ganzen lebendigen Feuer der Liebe zuleben schien wie sie — sic war lange von der Fürstin umla-gert und dann durch sie Julicnncus für eine Lustrcise beraubtworden, die ihr nur die Nachricht zuwcrfen konnte, daß Al-bano diesen Tag auch einen Ausflug gemacht, um Schoppenfrüher zu umarmen — sie war still geblieben nach ihremGrundsätze, daß der weibliche Stolz hier Schweigen, Ruheund sogar Vergessen gebiete: — als sie Abends durch dasblinde Mädchen aus Blumcnbühl, das sie in ihre Dienste ge-nommen, folgenden Brief erhielt:
„Du Meine! Sei es wieder! Ich will noch sterben, aberfür Dich, nicht für ein Volk auf dem Schlachtfeld. Vergibdas Gestern und beglücke das Heute. Ich habe meinen Vor-satz einer Entgcgcnrcisc wieder ausgcgcbcn, um Dir heutenoch an das Herz zu stürzen und Deinen Himmel auszu-schöpfen und meinen zu füllen. Ich kann nicht warten, bis