gestanden hätte; wenigstens halt' ihr diese schöne Flncht einungemessenes Vertrauen — was eben das rechte nnd ein-zige ist — auf die Prinzessin gegeben.
Der Reisetag war ein schöner Ernte-Morgen voll be-völkerter Kornflnren, voll Kühle und Than und Lust. Lindafrcuctc sich kindlich ans Jdoinc, und sagte die Gründe infrohem Tone: „zuerst weil sie deinem Bruder das Leben gerettet— und weil sic doch wußte, was sie wollte, und daraufmuthig beharrte und sich nicht wie andere Prinzcssincn zumOpfer des Thrones verhandelte — und weil sie die deutschesteFranzösin ist, die ich kenne, außer der Nckm. lVecüer — Jamir gehört sie ordentlich .mit aller schönen Jugend unter diealten Frauen, und diese sucht' ich von jeher vor, denn cs istdoch etwas von ihnen zu lernen. Dich liebt Pie sehr, michglaub' ich weniger, einem so reizenden Mittelding von Nonneund Ehefrau schein' ich zu weltlich, ob es gleich nicht ist."
Beide kamen im schönen Zauberdorfe — als schon dienetten Kinder sich zur Aehrenlese verbündeten und die Wagenschon den Sammlern der Garben entgegcnfuhrcn — Nach-mittags vor dem Mittagscsscn an. Jdoincns Bruder, derkünftige Erbfürst von Hohcnflicß — der Zwerg in Tivoli —sah aus dem Fenster, und Julienne bedauerte fast die Reise.Jdoinc flog ihr entgegen nnd drückte sie herzlich an die Brust.Als Julienne dieses große blaue Auge und jeden verklärtenZug der Gestalt, die einst ihr Bruder so selig nnd schmerzlichgeliebt, vor und auf ihrem Angesicht hatte: so glaubte siejetzt, da sic seine Schwester geworden, gleichsam als seineStellvertretern: die Liebe der Stellvertretern: Linnens zuempfangen; nnd sie mußte, wie allzeit seit diesem Tode beidem ersten Empfange, innig weinen.