194
123. Z y k e l.
Wie ein schnell mit hundert Flügeln ansrauschcndcs Kon-zert, so schlug die schnelle Gegenwart alter Liebe und Freudeüber den verlassenen, um den Freund bekümmerten Jünglingin schönen Flnthen zusammen; und von der Entzückung ge-troffen, sah er Linda wieder wie auf Jschia; aber diese sahihn wieder wie in einem andern Elysium, sic war weicher,zarter, heißer, eingedenk seiner Vergangenheit in diesem Gar-ten. Sie wollte gar nichts von ihrer eignen Reise-Geschichteerzählen oder hören. Albano bedeckte sein Gcheimniß vonSchoppe mit mächtiger, aber zitternder Brust; nur seinemVater bräunt' er sie ansznthnn. Unaufhörlich hielt er sich dieUnmöglichkeit einer Verwandtschaft vor und die Leichtigkeit,daß Schoppe die angebliche Schwester mit der wahren, mitJulicnncn, verwechsle; noch diesen Abend wollt' er den Vaterfragen.
Er gab ihr das Ja desselben zu ihrem Bunde mit großerFreude, aber nicht mit der größten, weil Schoppc's Briefnachtöntc. Julienne nahm es wahr, daß nur eine Kaskatellastatt der Kaskade heute ans ihm komme, und sucht' ihn lustig-listig anszuholen, indem sie ihn leicht durch das ganze wich-tige Personale seiner und ihrer Bekanntschaft durchantwortcnließ. Sie hatte einige Neigung, am Thcatcrvorhang zu we-ben und zu malen oder auch ein Sonsflenrloch in ihn zustechen. Sie fing die Fragen von Jdoine an — welche kurznach seiner Ankunft ihren Rückweg ans der Stadt genommen.— und hörte mit ihnen bei Schoppen auf — nach dessenReise-Ziele sie forschte —; aber Albano hatte jene nicht ge-sehen, dieser, sagt' er, Hab' es ihm allein vertraut. Eine schöne,