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„Linda, (fing er endlich mit zitternder feierlicher Stimme an)wenn wir es wissen könnten, daß wir uns je verließen oderverlören - O! Linda, (fuhr er mühsam fort, unter seinenThränen und Küssen) wenn das möglich wäre, cs sei durchmeine Schuld, oder durch das kalte Schicksal: war' cs dannnicht schöner, wenn wir uns in dieser Minute hinunterstürztenin den Sec und in unserer Liebe stürben?" — Die Sonnen-glut brannte wie eine Aurora herein, welche Jünglinge undJungfrauen zu den Göttern entführt; und die Lebens-Däm-merung war zu Hellem Morgenrots) entzündet. „Wenn dudas weißt (sagte Linda), so stirb jetzt mit mir."-
Da weckte beide Julieuncus ferne Stimme — endlichkam fie selber mit Dian zum Abschied. Sic sahen erwachend,von der Sonne und Liebe geblendet, umher und alles warverändert — die Sonne war versunken, der weite Sec mitNebel-Schatten bezogen und die Welt erkältet, nur die hohenEisberge loderten noch rosenroth ins Blau, wie Gedächtniß-säulen der flammenden Bundcs-Stunde.
Vor Albano's Seele stand noch das menschcntrenncndeSchicksal, die kalte verhüllte Felsen-Gestalt, deren Schleierauch steinern ist und den niemand hebt. Er wollte nun durch-reisten und sogleich ohne feiges Zögern in den Winter hin-unter. „Obis der Hesperus untergcgangen, verzieh!" lispelteLinda. Er blieb; aber beide hatten keine Worte mehr, nurdie Augen; die festgehaltcnen Adler, die vorhin dm himm-lischen Veuuswagen durch den Himmel gerissen, flattertendaran wild aus. Der Abendstern ging unter; der halbe Mondin der Himmelsmitte legte Stralen als Zauberstäbe au dieErde an und verwandelte sie in eine heilige blasse Welt desHerzens. „Nur noch den großen Stern lass' hinab" — sagte