Druckschrift 
12 (1848) Titan : vierter Band
Entstehung
Seite
110
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Du Uranide, einen Mann lieben, so tret' ich vor keinem zu-rück. Aber Worte sind an Thatcn nur Sägcspäne von derHcrkuleskenle, wie Schoppe sagt. Sobald der Krieg und dieFreiheit aus einander stoßen, so will ich Dich im Sturm derZeit verdienen und Dir Thaten mitbringen und die unsterb-liche Liebe.

Hier steh' ich ans der göttlichen Höhe des Klostergartcnsund blicke in ein grünes Himmelreich ohne Gleichen hinab.Die Sonne ist schon über den Golf hinüber und wirft ihreNoscnfeucr unter die Schiffe und ein ganzes Ufer voll Pallästeund voll Menschen brennt roth durch die langen ausgc-brciteten Straßen unter mir rollt das Festgetümmel schonherauf, und die Dächer sind voll geschmückter Menschen undvoll Musik, Balkons und Gondeln erwarten die göttliche Nachtzu den Gesängen. Und hier bin ich allein und bin doch soglücklich und sehne mich ohne den Schmerz. Aber wär' ichvor vier Tagen, Linda, wo ich Dich noch nicht kannte undnoch nicht hatte, hier gestanden und hätte angesehen diesenAbend das goldnc Meerdas heitere Portici, das Sonneund Meer mit Flammen anspülen- den herrlichen Vesuvmit goldgrüncn Myrten umwunden und mit dem grauenAschen-Haupt voll Sonnenglut und hinter mir die grüneEbene voll Wolken aus Blütenstanb, die aus Gärten steigenund in Gärten regnen und den ganzen webenden Zauber-kreis freudiger Kräfte, diese in Licht und Leben schwimmendeWelt: dann, Linda, hätte ohne Dich durch die warmeSeligkeit ein kalter Schmerz gezückt und im goldnen Abcndlichtwären Erinnerungen mit Trauer-Larven gegangen.

O Linda, wie hast Du meine Welt gereinigt und erwei-tert und ich bin nun überall glücklich, Du hast den schweren