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12 (1848) Titan : vierter Band
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flochtcncn Frechlingen so ganz und nahe lag, ein großer Fa-miliengartcn, wo die Menschen alle beisammen wohnen, weilnicht Länder sich mit Ländern verwirren, und die Bienen unddie Lerchen fliegen nicht weit über den Garten des Meereshinaus. Gleich offnen stillen Blumen waren die drei Seelenneben einander, duftend fliegt der Blumenstand hin und her,neue Blumen zu erzeugen. Linda versank ganz in ihr großestiefes Herz; der Liebe ungewohnt, wollte sic sie darin an-schaucn und genießen, indeß kein Wort Albano's ihr entfloh,denn cs gehörte zur Liebe im Herzen. Von Milde übcrgoffcnund sinnend war sic da, mit dem großen Auge halb unterdem niedergehenden Angenlied nach ihrer Sitte immer langeschweigend wie lange sprechend. Wie der Diamant eben soglänzt wie der Thautropfe, nur aber mit fester Kraft undauch ohne Sonne: so war ihr Herz dem weichsten in jeder weib-lichen Milde und Reine gleich und übertraf es nur an Stärke.Entzückt sah Julienne cs an, wenn sie etwa nach einemkindlichen Vergessen Albano's, weil ihr Rede-Strom sic voneiner Welt in die andere gerissen plötzlich und mit unbe-fangener Freude mit ihrer fcingcformten Hand zu des Jüng-lings seiner zurückkehrte, dem ihr Händedruck nichts kleinereswar als eine zärtere Umarmung.

Sie nahmen den nähern Rückweg gegen Albano's Woh-nung herab, die immer in ihrem Rebcn-Geniste zu ihnen her-anfsah. Man war noch so kurz bei einander am Morgenreifete Albano. Er sollte pon Portici ans schreiben, einBote den Brief holenund er bringt mir auch einen,"sagt' er;gewiß nicht!" sagte Linda. Albano bat.Siewird sich schon ändern und schreiben," sagte Julienne. Sieverneinte. Allmäiig liefen Schattenfurchen neben den schwär-