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12 (1848) Titan : vierter Band
Entstehung
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Sic ziehen (sagte sie) der Kunst die Freundschaft vor, denndas Portrait ist das Schlechteste in meiner Sammlung; aberdas Original verdient wol alle Achtung."

Sie ging ins Kabinet und holte ein Miniaturbild vonsich selber, das sic nach türkischer Sitte darstcllt, eingeschleiertund nur Ein Auge anfgcdcckt. Wie neben der Schleier-Dämmerung das offne Scelcn-Angc lebendig blickte und traf!Wie die Flamme ihrer Macht die Hülle der Milde dnrch-branntc! Linda nannte den Meister des herrlichen Bildes,eben diesen Schoppe, und setzte dazu: er habe gesagt, hiermüsse der Meister ans Gcgcngesälligkeit selber ein Werk loben,das ihn so parteiisch und kräftig lobe, wie noch kein anderesWerk von ihm. Sie erklärte diese Verschiedenheit seines Pin-sels aus einer Ursache, die er ihr selber fast wörtlich gesagt:er habe nämlich in seiner frühesten Jugend ihre Mutter solange geliebt, als er sie gesehen, und hernach niemand weiter,und darum Hab' er, da sie ihr ähnlich sei, sic von, «mors ge-malt und wirklich etwas zu leisten gesucht.

O redlicher alter Mensch!" sagte Albano, und konntesich kaum der Thräncn ans Angen, die so oft glücklich waren,erwehren; aber nur ans heiligem Frenndschafts-Schmerz.Denn es fuhr nun durch ihn wie ein Wettcrstral durchden hellsten Himmel die durch alles, durch SchoppensTagebuch und Linda's Worte und Nabettens Brief gewisseVermuthnng, daß Linda die Seele sei, die der sonderbareMensch verborgen geliebt. Ein scharfer Schmerz schnitt eilig,aber tief durch seine Stirn; und er überwand sich blos durchseine jetzige jüngere Frische des Geistes, durch neu gesammelteKraft und Gewalt und durch den freien Gedanken, daß ein