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12 (1848) Titan : vierter Band
Entstehung
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und das schwärmerische Wort seines kalten Vaters hatten ihnwie Blitze geblendet. Unten an der Hausthnre fand er einMädchen, das ein Waarenlagcr non Zitronen vor sich trug.Plötzlich und unangenehm brach das Geläute ab; er blicktezum Glockcnthnrm und ein weißer Geier saß ans der Fahne.Bald kam der Glocken-Zieher selber, um etwas zu trinken,und fing mit starkem, und doch nicht übel gemeintem Fluchenauf den Kammerherrn an, der ihn seit drei Wochen läutenlasse und dem er blos wünsche, daß solcher wie Er selber imvorigen Jahre nur drei Tage lang ordentlich ihintcr der seli-gen Tochter nachläntcn müßte. Er ermahnte den Müller,von den Zitronen zu kaufen, weil's gute wären, saftig, vondünner Rinde und Er und derPfarrbnbc" *) kenntensie von dem Bcgräbniß des gnädigen Fräuleins her undin 14 Tagen brauch' Er doch für die gcsammte Geistlichkeitwelche, als Brautvater!" Wie sind hier die Sitten? fragteAlbano.

Wenn nämlich jemand stirbt (sagte der Küster sehr ehr-erbietig und freundlich), so bekommt der Pfarrer und meineWenigkeit eine Zitrone und so auch die Leiche. Wird aberjemand getrauet, so bekommt die Geistlichkeit und so auch dieBraut dergleichen. DaS ist aber bei uns so Sitte, mein gnä-digster Herr!"

Albano ging in den nahen Garten am Haus, in welchendie anfgedeckten Mühlenräder ihre Silberfunken warfen undwelcher vom Glanze und Getöse des offnen Wassers wie ver-schlungen ward. Indem er in die schimmernden fliegendenWirbel sah: schwebten die Zitronen, welche die Leiche sowol

') So heißet z. B. in Ungarn der Diakonus.