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und tröstet gern und zart, oft zarter als das zu weibliche.Fast täglich besuchte sie ihre künftige Hofdame und Gesichts-Schwester bei dem Minister und konnte daher dem GeliebtenAlles sagen. Indem sie that, als wisse sie nichts von Albano'sVerhältnissen zur Blinden — schon das Verstellen vcrräth zarteSchonung gegen zwei Menschen auf einmal, sagte Albano —so konnte sie ihm frei alle Krankcnzettel der schönen Dulderingeben, so wie die Gutachten über sie überhaupt. Nach derSitte der Kraftweiber ließ sie ihr alle lobende Gerechtigkeitohne weibisch-kleinlichen Abzug angedeihen; und wünschte Nichtsso sehr als ihre Herstellung und künftige Gegenwart.
„Ich bin fähig für ein ungemeines Weib Alles zu thun,„so wie Alles gegen ein gemeines" sagte sie und fragte ihn,ob ihm schon sein Vater über ihren Plan mit Lianen ge-schrieben. Er verneint' es, und bat sie darum; aber sie ver-wies ihn auf den väterlichen Brief, der bald kommen müsse.Sie tadelte blos Liancns Neigung, immer Fantaific-Blumentn ihr Leben zu sticken, und nannte Sie eine reine Ba-rockpcrlc.
Aber aus allen diesen Unterhaltungen kehrte Albano nurbetäubter zu Schoppe zurück; er hörte nur Wort-Trost undbas Todes-Urthcil, daß die geduldige Seele, der er dieSchöpfung gestohlen, noch immer cingemauert sei in die tiefsteHöhle des Lebens, neben welcher blos die tiefere des Grabeshell und offen liegt. Jedes sanfte, lindernde, ihm von denWissenschaften oder Menschen geschenkte warme Lüftchen gingüber jene kalte Höhle und wurde für ihn ein scharfer Nord.O, hält' er sie aus seinen sinkenden Armen entlassen müssenunter schöne Tage, in ein langes, ewiges Paradies, und siehätte ihn trunken vergessen: das hätt' er auch vergessen kön-