257
matten Scheine, der weder Sonnen-, noch Mondlicht war.Dunkel, dunkel lag dem Jüngling das Leben vor, im langenschwarz-marmornen Sänlcngang der Jahre schritten die Schmer-zen als Pantherthicrc heran und wurden hell gefleckt unter denwcglauscndcn Sonnenblickcn der Vergangenheit.
„Das passet ja recht für heute (fuhr er fort), eine solche„schnelle Nacht ohne Abcndröthc — Lilar muß heute zuge-„dcckt werde» — blick' hinauf zum Mond, wie er sich schwarz„über die Sonne gewälzt hat, sonst war er auch unser Freund„— O, mach' cs noch finsterer, ganz Nacht!" —
„Albano, schone; ich bin unschuldig und ich bin blind —„wo ist der Tempel und die Mutter?" rief sie jammernd; dieSpinnen hatten die nassen Augen voll Thronen zugewebt.
„Bei dem Teufel! cs ist die Sonnenfinsternisi" sagt' er,und schaucte in das blind hcrumirrcnde bange Gesicht undcrrieth Alles; aber er konnte nicht weinen, er konnte nichttrösten. Der schwarze Tiger des grausamsten Schmerzes hingan seine Brust geklammert und er trug ihn fort. „Nein, nein,(sagte Liane) ich bin blind und bin auch unschuldig."
Der frohe, beschenkte Pollux hatte einen bettelnden Stum-men nachgcfübrt, der mit der läutenden Stummcnglocke folgte:„der stumme Mann kann nur nichts sagen" sagte Pollux. —Liane rief: „Mutter, Mutter! Mein Traum kommt, das Tod-tcnglöckleiu läutet."
Die Ministerin stürzte heraus. „Ihre Tochter (sagte„Albano) ist wieder blind, und Gott strafe den Vater und die„Mutter und wer daran Schuld ist, am Elend." — „Wasgibt es?" rief der schnell herauStrctende Spcncr, der vorhindas Zusammenwandcln gesehen und zur Mutter gekommenwar. „Eine Unglückliche, Euer Werk auch!" versetzte Albano.
Iran PauNs ausgcw. Werke, XI, 17