233
Worten: „er lebt für die Unsterblichkeit." „Was schreibt er?"fragte die mißverstehende Fürstin; und Liane mußte eine christ-liche Erklärung geben, worüber die Ungläubige lächelte. Eserhob fich sogar für und gegen den ewigen Schlaf ein Streit,der nicht viel weniger Zeit wcgnahm, als sie brauchten, umdas Donncrhäuschcn zu umkreisen. Die Fürstin fing an:„wir würden gegen unfern täglichen Schlaf eben so viel, wenner nicht da wäre, ciuzuwcndcn wissen wie gegen den ewigen."— „Noch mehr aber gegen das Erwachen daraus," griff Al-bano ein und kürzte die Ncligionsnnruhcn ab.
Die Fürstin kam aus den ihr durch die lange Trauer überihren verstorbnen Schwiegervater ausfallende» Spcner wiedernachsragcnd zurück; und Liane, des mütterlichen Beifalls ge-wiß, ergoß sich in einen Strom der Rede und Rührung —ihren Augen war einer verboten — der ein erhabenes Bildihres Lehrers vorübertrug. Wie erschütterte die Erhabenheitdieser so weichen, zarten Seele ihren Freund! So richten sichim blassen, kleinen Mond nnd Abcndsterne höhere Gebirge alsans der größcrn Erde auf! — „Sie war auch einmal für dichbegeistert, aber nun nicht mehr" sagte Albano zu sich, nndblieb hinter Allen zurück, weil seine Seele schon längst vollSchmerzen war und weil ihm jetzt die Fürstin zu mißfallenanfing.
Er stellte sich allein und sah dem rauschenden, leuchtendenWaffcntanze der Freude zu. Die Kinder liefen bcglänzt durchden Lärm und im hellgrünen Laub. Die Töne schwebten zuEinem Kranze incinandergcschlungcn hoch in ihrem Acthcr überden lauten Menschen fest nnd sangen ihnen ihre Himmclslicderherab. Nur in mir, sagt' er sich, wälzen die Töne und dieLichter den Schmerz hin und her, in niemand weiter, in Ihr