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11 (1848) Titan : zweiter und dritter Band
Entstehung
Seite
220
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fand heute in seiner feierlichen, schmerzlichen Stimmung altesTragische, Edle und Unedle größer, als cs war. Er zeigtezwar nur ein feuriges Auge und heiteres Angesicht, weil erzu jung und schamhaft war, persönlichen Schmerz prunkendauszulegen; aber unter dem Auge, das sich nach der hohenWetterscheide richtete, au der heute sein dunkles Gcwölkc aus-cinandcrgchen oder zu ihm hcruntcrkommcn sollte, brannteder Tropfe. Der heutige Abend, in den er so oft hincingc-sehen als in eine Hölle, und eben so oft als in einen Himmel,stand jetzt als ein verworrenes Mittelding von beiden so nahe,und doch hart an ihm! Ein Gewimmel verwandter Gefühlebegleitete ihn zu der (nach seiner Meinung unglücklichen)Braut seines Vaters und dieses Fürsten.

Eine Viertels-Meile jenseits Hohenfließ fuhr schon ihrGibbon voraus, bekannt bei allen Naturforschern nicht beiden Politikern durch die langen Arme, welche bekanntlichdieser Moluckcn-Besitzer und Affe trägt. Wo ist mein Gibbon,fragte die Fürstin gewöhnlich (gesetzt, daß sie auch den eng-lischen Namensvetter, den Geschichtsschreiber mit langen Nä-geln und kurzen Sätzen gegen die Christen, in der Hand hatte),denn sie verlangte ihren Langarm.

Endlich kam sie daher gesprengt im Federbusch imRcitrock auf dem schönsten Engländer eine große maje-stätische Gestalt, die unbekümmert um ihr, obwol mit Ver-wandten befrachtetes Cour-Gefolge lieber der blauen Morgen-sonnc hinter einem aussteigcnden Pferd- und Schwanenhalshatte entgegen schauen wollen. Sie gab dem Bräutigamsrockanständig Gruß und Kuß, aber weder gerührt, noch verstellt,noch verlegen, sondern recht frei und frank und froh, zu weitüber die Lächerlichkeit ihres genealogischen Mißverhältnisses er-