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11 (1848) Titan : zweiter und dritter Band
Entstehung
Seite
210
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Bouvcrot, den jetzt Liane seit den neuesten Nachrichten nurschaudernd litt und die Prinzessin selber, die ihre bisherigeEntfernung non ihr mit den zerstreuenden Zurüstungcn zumFeste entschuldigte, und die ganz srcmd auf einmal über Liebeund Männer spottete alle diese Menschen und Zufälle konn-ten nur einer Liane, die so wenig errietst, so viel litt und sogern ertrug, nicht die unerträglichsten scheinen.

Ach, was war unerträglich als die eiserne Unveränderlich-keit dieser Verhältnisse, die Festigkeit eines solchen ewigen Berg-schnecs? Nicht die Größe, sondern die Unbestimmtheit desSchmerzes, nicht der Minotaurus des Labyrinths, der Kellcr-frost, die Eckfelscn und Gruben desselben ziehen uns darin dieBrust zusammen, sondern die lange Nacht und Windung seinesAusgangs. Sogar unter den Körper-Krankheiten kommen unsdaher ungewohnte neue, deren letzter Augenblick über unsereWeissagung hinausliegt, drohender und schwerer vor als wie-dcrkchrende, die als nachbarliche Gräuzfcinde uns immer Un-fällen und in der Rüstung finden.

So stand die stumme Liane im Gewölk, als die froh-lockende Rabette mit der Brust voll alter Freuden und neuerHoffnung ins Haus lief, diese Schwester des heiligen, weggc-rissenen Menschen, die Bundsgenossin so glänzender Tage. Siewurde ehrend ausgenommen und immer von einer Ehrenwache,der Ministerin, begleitet, weil sic ja eine Gcsandtin des Gra-fen eben so gut seyn konnte als eine Wahlherrin ihres Sohnes.Die Listige suchte einige einsame Augenblicke mit Lianen durchdas kühne Betteln um deren Begleitung nach Blumenbühl zuerhaschen; die Begleitung wurde auch zugcstandcn und sogarder Mutter ihre dazugethan. Liane fuhr den Weg nach Blu-mcnbühl, über den noch blühenden Gottesacker cingcsenkter