Bouvcrot, den jetzt Liane seit den neuesten Nachrichten nurschaudernd litt — und die Prinzessin selber, die ihre bisherigeEntfernung non ihr mit den zerstreuenden Zurüstungcn zumFeste entschuldigte, und die ganz srcmd auf einmal über Liebeund Männer spottete — alle diese Menschen und Zufälle konn-ten nur einer Liane, die so wenig errietst, so viel litt und sogern ertrug, nicht die unerträglichsten scheinen.
Ach, was war unerträglich als die eiserne Unveränderlich-keit dieser Verhältnisse, die Festigkeit eines solchen ewigen Berg-schnecs? Nicht die Größe, sondern die Unbestimmtheit desSchmerzes, nicht der Minotaurus des Labyrinths, der Kellcr-frost, die Eckfelscn und Gruben desselben ziehen uns darin dieBrust zusammen, sondern die lange Nacht und Windung seinesAusgangs. Sogar unter den Körper-Krankheiten kommen unsdaher ungewohnte neue, deren letzter Augenblick über unsereWeissagung hinausliegt, drohender und schwerer vor als wie-dcrkchrende, die als nachbarliche Gräuzfcinde uns immer Un-fällen und in der Rüstung finden.
So stand die stumme Liane im Gewölk, als die froh-lockende Rabette mit der Brust voll alter Freuden und neuerHoffnung ins Haus lief, diese Schwester des heiligen, weggc-rissenen Menschen, die Bundsgenossin so glänzender Tage. Siewurde ehrend ausgenommen und immer von einer Ehrenwache,der Ministerin, begleitet, weil sic ja eine Gcsandtin des Gra-fen eben so gut seyn konnte als eine Wahlherrin ihres Sohnes.Die Listige suchte einige einsame Augenblicke mit Lianen durchdas kühne Betteln um deren Begleitung nach Blumenbühl zuerhaschen; die Begleitung wurde auch zugcstandcn und sogarder Mutter ihre dazugethan. Liane fuhr den Weg nach Blu-mcnbühl, über den noch blühenden Gottesacker cingcsenkter