Druckschrift 
11 (1848) Titan : zweiter und dritter Band
Entstehung
Seite
205
Einzelbild herunterladen
 

kann nicht anders, Gott sei mir gnädig!" sich zornig weg-wandte an den Minister und sagte:thun Sic nun, was Siefür coilvsnakle halten, ich bin unschuldig."Nicht so ganz,inu cl>öi-e; aber gut! (sagt' er). Du bleibst von morgen anin deinem Zimmer, bis du dich korrigirst und nnsers Anblickswürdiger bist," kündigte er hinausgehend Lianen mit zwei aussie geworfenen Augen-Salven an, worin meines Ermessensweit mehr Reverbcrirfeucr Plagegeister ätzende, fressendeMedikamente Gehirn- und Hcrzcnsbohrer versprochen wur-den, als sonst ein Mensch gebend halten oder empfangend tra-gen kann.

Armes Mädchen! Dein letzter August ist sehr hart undkein Erntemonatstag! Du sichst in die Zeit hinaus, wodein kleiner Sarg steht, an welchem ein grausamer Engel dieschönen, um ihn hcrumlauscndcn, noch frischen Blumenstückeder Liebe wegwischt, damit er ganz weiß, so roscnweiß wiedeine Seele oder deine letzte Gestalt herübcrgctragcn werde!

Dieses Vertreiben von der Mutter in die Einöde ihresKlostcrzimmers war ihr eben so fürchterlich, nur nicht fürch-terlicher als das Zürnen derselben, das sie heute erst zum drit-tenmal erlebte, obwol nicht verdiente. Es war ihr, als wennnun nach der warmen Sonne auch noch gar das Helle Abcnd-roth unter den Horizont gesunken wäre, und cs wurde dunkelund kalt in der Welt. Sie blieb diesen ganzen, noch eingc-räumten Tag bei der Mutter; gab aber nur Antworten, blicktefreundlich an, that Alles gern und behend und hatte dasie jeden znsammenrinncnden Thautropfcn schnell mit dem Zwerg-fingcr aus den Augenwinkeln schlug, als sei cs Staub, weilsie dachte, Nachts kann ich weinen genug sehr trockne Augen;und das Alles, um der belasteten Mutter nicht zu neuer Last