Druckschrift 
11 (1848) Titan : zweiter und dritter Band
Entstehung
Seite
146
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wie eine Aurora dieses der Morgcnsonnc auf der Glanzquoll über das dampfende Grün herein die unten ziehendeRosana faßte Blitze ans und warf sic herüber Albano schiedendlich voll Liebe und Seligkeit.

Aber die Liebe war größer als die Seligkeit.

«9. Z y k e l.

Fliegender Frühling! (ich meine die Liebe, so wie manden Nachsommer einen fliegenden Sommer nennt) du eilestselber über uns pfeilschnell dahin, warum eilen Autoren wiederüber dich? Du gleichst der deutschen Blütenzeit die nieeinen Blütenmond lang ist; wir lesen den ganzen Winterin Almanachcn und Gleichnissen viel von ihrer Herrlichkeit undschmachten; endlich hängt sie dick an den schwarzen Aesten sechsTage lang und noch dazu unter kalten Maigüsscn, reißendenWonnemonds-Stürmen und unter dem Stummsitzen aller halb-erfrorucn Nachtigallen und dann, wenn man endlich in denGarten hinauskommt, ist schon der Fußsteig blütenweiß undder Baum höchstens voll Grün; daun isss vorbei, bis wirwieder im Winter den Anfang eines Mährchens herz-crhobenhören:Es war eben in der schönen Blütezeit." Eben soselss ich wenig Autoren am laugen romantischen Sesstons- undSchreibetisch rechts und links für das Lesepult arbeiten, welchenach der langen Vorrede zur Liebe nicht diese, sobald sie wieein Krieg erkläret ist, sofort schlössen; und wirklich gibt'szur Liebe mehr Stufen als in ihr; alles Werden, z. B.der Frühling, die Jugend, der Morgen, das Lernen, geht viel-farbiger und geräumiger auseinander als das feste Seyn;