wie eine Aurora dieses der Morgcnsonnc auf — der Glanzquoll über das dampfende Grün herein — die unten ziehendeRosana faßte Blitze ans und warf sic herüber — Albano schiedendlich voll Liebe und Seligkeit.
Aber die Liebe war größer als die Seligkeit.
«9. Z y k e l.
Fliegender Frühling! (ich meine die Liebe, so wie manden Nachsommer einen fliegenden Sommer nennt) du eilestselber über uns pfeilschnell dahin, warum eilen Autoren wiederüber dich? — Du gleichst der deutschen Blütenzeit — die nieeinen Blütenmond lang ist; — wir lesen den ganzen Winterin Almanachcn und Gleichnissen viel von ihrer Herrlichkeit undschmachten; endlich hängt sie dick an den schwarzen Aesten sechsTage lang und noch dazu unter kalten Maigüsscn, reißendenWonnemonds-Stürmen und unter dem Stummsitzen aller halb-erfrorucn Nachtigallen — und dann, wenn man endlich in denGarten hinauskommt, ist schon der Fußsteig blütenweiß undder Baum höchstens voll Grün; daun isss vorbei, bis wirwieder im Winter den Anfang eines Mährchens herz-crhobenhören: „Es war eben in der schönen Blütezeit." — Eben soselss ich wenig Autoren am laugen romantischen Sesstons- undSchreibetisch rechts und links für das Lesepult arbeiten, welchenach der langen Vorrede zur Liebe nicht diese, sobald sie wieein Krieg erkläret ist, sofort schlössen; — und wirklich gibt'szur Liebe mehr Stufen als in ihr; alles Werden, z. B.der Frühling, die Jugend, der Morgen, das Lernen, geht viel-farbiger und geräumiger auseinander als das feste Seyn;