Aber als er die Fülle seiner Liebe und den zürnendenSchmerz über den Todeswahn anssprcchcn wollte, so kam seinwilder Freund, der wie ein Vesuv Lava- und Regcnströmezugleich über die gläubige Rabctte ausgicßcnd ihr und sichdas Herz nur voller, uicht leichter gemacht; da sah Karl dieverherrlichten Menschen an und den blauen Horizont, woschon der Mond seinen Schimmer zwischen den festen Mast-spitzen und Gipfeln vorauswars, und blickte wieder in denGlanz der heiligen Liebe.-Da könnt' er sich nicht län-
ger halten, sein qualvolles Herz stieg wie zu Gott auf zueinem ewigen Entschluß, und er umfaßte Albano und Rabctteund sagte: Geliebter! — Geliebte! — behaltet mein unglück-liches Herz! —
Rabctte umklammerte ihn mitleidig wie eine Mutter dasKind und gab ihm heißwcincnd ihre ganze Seele hin. —Albano umschloß staunend den Licbesbund. — Liane wurdevom Strudel der Wonne an die geliebten Herzen gezogen.
-— Ungestört riefen die Flöten fort, ungesehen wehten dieweißen Fahnen der Sterne darüber. — Karl sprach wahn-sinnige Worte der Liebe und wilde Wünsche des Freudcn-Todcs. — Albano berührte bebend Siemens Blumenlippe, wieJohannes Christum küßte, und die schwere Milchstraße bogsich wie eine Wünschclrnthc hernieder zu seinem goldnen Glück.
— Liane seufzctc: o Mutter, wie sind deine Kinder glücklich.
— Der Mond war schon wie ein weißer Engel des Friedensin das Blau geflogen und verklärte die große Umarmung;aber die Seligen merkten cs nicht. Wie ein Wasserfall über-deckte sie brausend das reiche Leben, und sie wußten cs nicht,daß die Flöten schwiegen und alle Hügel glänzten.
Ende des zweiten Bandes.