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11 (1848) Titan : zweiter und dritter Band
Entstehung
Seite
124
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Aber als er die Fülle seiner Liebe und den zürnendenSchmerz über den Todeswahn anssprcchcn wollte, so kam seinwilder Freund, der wie ein Vesuv Lava- und Regcnströmezugleich über die gläubige Rabctte ausgicßcnd ihr und sichdas Herz nur voller, uicht leichter gemacht; da sah Karl dieverherrlichten Menschen an und den blauen Horizont, woschon der Mond seinen Schimmer zwischen den festen Mast-spitzen und Gipfeln vorauswars, und blickte wieder in denGlanz der heiligen Liebe.-Da könnt' er sich nicht län-

ger halten, sein qualvolles Herz stieg wie zu Gott auf zueinem ewigen Entschluß, und er umfaßte Albano und Rabctteund sagte: Geliebter! Geliebte! behaltet mein unglück-liches Herz!

Rabctte umklammerte ihn mitleidig wie eine Mutter dasKind und gab ihm heißwcincnd ihre ganze Seele hin.Albano umschloß staunend den Licbesbund. Liane wurdevom Strudel der Wonne an die geliebten Herzen gezogen.

- Ungestört riefen die Flöten fort, ungesehen wehten dieweißen Fahnen der Sterne darüber. Karl sprach wahn-sinnige Worte der Liebe und wilde Wünsche des Freudcn-Todcs. Albano berührte bebend Siemens Blumenlippe, wieJohannes Christum küßte, und die schwere Milchstraße bogsich wie eine Wünschclrnthc hernieder zu seinem goldnen Glück.

Liane seufzctc: o Mutter, wie sind deine Kinder glücklich.

Der Mond war schon wie ein weißer Engel des Friedensin das Blau geflogen und verklärte die große Umarmung;aber die Seligen merkten cs nicht. Wie ein Wasserfall über-deckte sie brausend das reiche Leben, und sie wußten cs nicht,daß die Flöten schwiegen und alle Hügel glänzten.

Ende des zweiten Bandes.