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11 (1848) Titan : zweiter und dritter Band
Entstehung
Seite
112
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heute meine Schwäche und Weichheit nach; cs kommt vongestern."Ich Ihnen?" sagt' er heftig; denn er, umwelchen in Krankheiten nur brennende Bilder stürmten, wurdezur Verehrung eines Wesens begeistert, zu welchem gleichsamaus einer höhcrn Welt in seinen Schmerzen wie goldnc Son-ncnstralcn leise Töne reichen, die verhüllt durch die rauhe Tiefegehen.

Aber Liane, wie um sein Feuer abznwcnden, kam ans ihreFreundin Karoline und sagte: wie sie ihr an solchen Tagenund zumal aus diesem Spaziergänge immer vorschwcbc.An-fangs sucht' ich sic aus (sagte Liane), weil sic meiner Lindaglich. Sie war meine Lehrerin, ob sic gleich nur einigeWochen älter war als ich. Ihr frommer, strenger, uncr-schrockncr Charakter und ihre Willigkeit, sich freudig und stummaufzuopsern, machte sie sogar, wenn ich es so sagen darf, inden Augen ihrer Mutter verchrungswürdig. Man sah sieniemals weinen, so weich sie auch war, blos um ihre Mutterimmer heiter zu machen. Wir wollten miteinander den Schleiernehmen, um beisammen zu bleiben; ich wurde nicht alt wer-den, sagte sie, und ich müßte mein kurzes Leben froh undohne Sorgen, aber auch in Zubereitung auf das andere ver-bringen. Ach sic ging selber voran! Die Nachtwachen amKrankenbette ihrer Mutter und der Schmerz über den Todnahmen sie dahin. Sic empfing das heilige Nachtmahl, aufdas wir uns miteinander znbcrcitctcn, im Sterben allein.Da gab mir der Engel diesen Schleier, worin ich ihr einstfolgen soll. O, gute, gute Karoline!" Sie weinte un-verhohlen und drückte bewegt Albano's Hand.O ich hättenicht davon ansangcn sollen! Dort kommt schon unserFreund; wir wollen recht heiter seyn."