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11 (1848) Titan : zweiter und dritter Band
Entstehung
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Sie hatte nämlich in der Kindheit sich von den Heldinnender Romane nnd überall von ungesehenen Weibern glänzendeSternbilder in ihren inncrn Himmel hingczcichnct, große Ideenvon ihrem Muthc, ihrem himmlischen Wandel, ihrer Erhaben-heit über alles, was sic je gesehen, nnd sie hatte gleichvielSchcn und Sehnsucht empfunden, einer zu begegnen. Daherging sic aus diesem kolossalischcn Nymphäum ihrer Phantasieso leicht geblendet und mit solcher feurigen Herzens-Achtungreinen Freundinnen nnd der Gräfin Nomeiro entgegen. Ge-wisse Gemälde führten nun diese Mtarblättcr wie Kopien zu-rück. Die Gute dachte nicht daran, aber wohl ihr Freund,daß man dieser liebend nicdcrschcndcn Marie die Augen bloslebendig zu regen nnd diese Lippen blos mit Lauten zu er-wärmen brauche dann hatte man Liane.

Der deutsche Herr fuhr fort und legte nun RaphaelsJoseph, der den Brüdern einen Traum erzählt, und den alternJoseph, der dem König einen erklärt, neben einander und fingan, die drei Raphaele in Worte zu übersetzen, und das mitso vielem Glück nnd nicht nur mit so vieler Einsicht ins Me-chanische nnd Genialische, sondern auch mit einer so bestimm-ten Hervorhebung jedes menschlichen und moralischen Zugs,daß Alban ihn für einen Heuchler hielt nnd Liane für einensehr guten Menschen. Sie ergriff jedes Wort mit einem weitoffnen Herzen. Ms Bouvcrot den weissagenden Joseph malte,zugleich als kindlich, unbefangen, still nnd felsenfest und glü-hend nnd drohend: so stand das Urbild an ihrer Seite.

Dem deutschen Herrn entfuhr weiter viel Gedachtes überda Vinci's Christus-Knaben im Tempel, über die herrlich voll-führte Verbrüderung nnd Einkindschast des Knaben und Jüng-