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11 (1848) Titan : zweiter und dritter Band
Entstehung
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durch die französische Aussprache der Götter noch unbrauchba-rer wurde. Sogar mit Büchern suchte Liane sic zusammcn-zubringcn; so daß Lektüre ihr eine Art von Wochen-Gottes-dienst wurde, dem sie mit wahrer Andacht beiwohnte und dessenEnde sic stets ergötzte. Durch alle diese Schöpfräder der Er-kcnntniß strömte Noquairols Liebe hindurch und half treibenund schöpfen. Wie viele Erröthungcn flogen setzt ohne allenAnlaß über ihr ganzes Gesicht! Das Lachen, womit sic sonstheiter war, kam jetzt zu oft und bedeutete nur ein unbeholfnesHerz, das seufzen will.

So stand ihr Verhältniß, als Karl einst scherzend hintersic schlich und ihr die Augen mit einer Hand verdeckte, umihr unter der Maske der brüderlichen Stimme sanfte schwester-liche Namen zu geben. Sie verwechselte die ähnliche Stimme,sie drückte inbrünstig die Hand, aber ihr Auge war heiß undnaß. Da fand sic den Jrrthnm und floh mit der bedecktenAbend- und Morgenröthe ihres Angesichts aus dem Zimmer.Jetzt schaute er Lianen, die ihn darüber tadelte, näher insAuge und auch ihres hatte geweint. Sic wollte ihm anfangsden Gegenstand der verschwistcrtcn Rührung verhehlen; aberdas fremde Nein war für ihn von jeher ein Hülfswort, einRückenwind, der ihn in den Hasen brachte. Liane wurde im-mer bewegter, endlich erzählte sie, daß Nabettens Berichte vonAlbano's Jugcndgeschichtc ihr die von der scinigcn abgefordcrt,und daß sic ihr die Sterbe-Nacht aus der Ncdoutc gemalt undsogar sein blutiges Kleid gewiesen habe.Und da weinte sie(sagte Liane) mit mir so herzlich, als wenn sic deine Schwe-rer wäre. O cs ist ein liebes Herz!" Karl sah beidewie zwei Auen mit einander verbunden, nämlich durch denRegenbogen, der auf beiden mit Tropfen ansstcht; er zog sie